— 91 —
binden musstenV So bildete sich denn auch der „Sternenbund",und trat auch Reinhart II. 1389 demselben bei. Dieser ^Bund'fand viele Gegner, und so kam es, dass Reinhart nebst allenseinen Bundesgenossen vom Landgrafen von Hessen, den Grafenvon Solms und den Bürgern von Wetzlar bei Wetzlar 1389vollständig geschlagen wurde, und er mehrere Jahre bedurfte,um die erlittenen Verluste auszugleichen 1 )- Am Zolle zu Caubwurde er damals „vberfaren", wofür ihm aber 1389 KurfürstRuprecht 400 Gulden Entschädigung bewilligte 2 ). Um noth-wendige Verpflichtungen decken zu können, lieh er 1393 vondem Erzbisehof Kuno von Trier 600 Goldgulden und mussteihm dafür einen grossen Turnos auf seinen Zoll zu Oberlahn-stein verschreiben 3 ). 1391 vermittelt Reinhart und richtet einenEntscheidbrief auf zwischen Anna, der Wittwe des Grafen-Ruprecht von Nassau und Gemahlin Graf Diethers von Katzen-elnbogen einerseits, und Graf Walram von Nassau-Wiesbadenund Graf Philipp von Nassau-Weilburg andererseits, wegenForderungen, welche der Gräfin Anna noch zustanden 4 ).
Da Reinhart II. nur einen Sohn hatte, auf welchemallein die Fortsetzung der Familie beruhte, so gab Johann,sein Bruder, den geistlichen Stand auf, um sich zu vermählen.In Folge dessen errichte er 1394 einen Theilungsvergleich 5 ),worin er ihm die Hälfte der Herrschaft Weltersburg, Ve vonCleeberg und 100 Gulden jährlich und lebenslänglich auf denZoll von Boppart anwies. Auch sollte Reinhart, sobald diePfandschaft des Gerichts Gambach mit dem Herrn von Falken-
') Nach den Marburgschen Beiträgen und Knoche Chronik.
2 ) Lehmann. D. v. W., Beil. No. 59, 8. 209; Pfälzer Copialbuch in Karls-ruhe No. 8, Pol. 9 b.
3 ) Ebenda, No. 61. S. 210; Original in Coblenz.
4 ) Hagelgans Nass. Geschl.-Tat'el, pag. 23 und 28.
■') Lehmann, D. v. W., Boil. No. 62 S. 212.