von Jülich bemächtigen und schlich sich mit dreien seinerSöhne und 400 Bewaffneten Abends in Aachen ein. Aber vonden Bürgern erkannt und geschlagen, wurden sie sämmtlichgetödtet, auch der Graf und seine Söhne (16. März 1277 1 ). Aufden Hülfruf der Aachener fiel nun Siegfried mit einem grossenHeere in die Grafschaft Jülich ein, verwüstete dieselbe understürmte die Schlösser, Burgen und Ortschaften. Zwar rückteder Herzog von Brabant. ihm mit einer ebenfalls grossen Heeres-macht entgegen, zog sich aber bald wieder zurück. Der Kampfdehnte sich nun schon in's 2. Jahr aus, aber der Erzbischofkonnte noch immer nicht an Ruhe denken; denn die nochlebenden Söhne dqs erschlagenen Grafen von Jülich, Walramund Gerhard, nebst andern Grafen, rüsteten sich gegen ihn,und auch der Graf von Flandern drohte mit einem Einfalle.Da kam es denn am 14. Oct. 1279 zu Pinsheim zu einemVergleich zwischen der verwittweten Gräfin Richardis vonJülich nebst ihren Söhnen und zwischen dem Erzbischof Sieg-fried, wobei die Grafen von Jülich zwar ihr Land wieder be-kamen, aber manche Gerechtsame und Orte verloren, die demCölner Erzbischof zufielen. Auch Graf Gottfried von Arnsbergund seine Söhne mussten sich dem mächtigen Prälatenbeugen, nachdem ihre Hauptfestung Neulieim zerstört war.
Fortwährende Sorge machten ihm die unruhigen Cölner,denen er nie trauen konnte. Von aussen vielfach bedroht,musste er sie jedoch durchaus in Ruhe zu erhalten suchen.Namentlich waren die Cölner erbittert wegen der verschiedenenZwingburgen, die er an mehreren Stellen zu erbauen angefangenhatte, und so versprach er ihnen denn am 29. November 1276,dass die im Bau begriffenen Festungswerke zu Worringen
') Der Erzbischof frohlockt darüber in einer Messe mit den "Worten„Herr, nun weiss ich, dass Du mich aus dem Rachen des Löwen befreit hast."Reck, Isenburg, Wied u. Runckel, S. 86.