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Das Buchhandlungshaus K. F. Koehler in Leipzig : 1789 - 1889 ; ein Rückblick auf s. 100jähriges Bestehen
Entstehung
Seite
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Brief aus München. Zc>

Da sich meine hiesige Angelegenheit so außerordentlich in die Länge ziehetohne daß darum die Wahrscheinlichkeit einer günstigen Entscheidung der-selben größer geworden wäre, so dachte daran, wie ich Dir auch schonschrieb, mich im Fall der gänzlichen Abweisung irgend eines anderenPlatzes unter der Hand zu versichern; denn nachdem ich Dir schon soviel Auslagen verursacht habe, hielt ich es für unbillig, nach Mißlingungmeiner Sache, gerade zu Hause zu gehen und Euch mehr oder minderzu belästigen. Wiewohl ich von Eurer Liebe, die Zhr mir ununterbrochenbeweiset, fest überzeugt bin und nichts mehr wünsche als sie mir zu er-halten, würde es nur doch einigermaßen schwer geworden sein, sie schonwieder in Anspruch zu nehmen, indem ich Dich um Aufnahme im väter-lichen Hause ersucht hätte. Du kommst mir nun durch das mir in DeinemSchreiben gemachte gütige Anerbieten zuvor, gestehest mir viel mehr zu,als ich jemals gefordert haben würde und machst mich durch dein väter-liches, liebevolles Benehmen, wirklich beschämt. Glaube nicht, daß ichmich um Fleischmanns Geschäft bemühete um hier für immer getrenntvon Euch zu leben, mein Plan war, dasselbe mit Fleiß und Thätigkeitfortzuführen, mir etwas zu verdienen, es in s-—s Zahren an Heinrichabzutreten und dann mit dem mir Erworbenen zu Euch für immer zurückzu kehren. Wird mir die Regierung die Erlaubniß zur Uebernahme des-selben ertheilen, was sich nun bis Ende nächster Woche entscheiden wird,so werde es wie gesagt übernehmen und das in Ausführung bringen wasjetzt noch Plan ist. Weist mich die Regierung ab, so kehre ich mit FreudenMünchen den Rücken und komme zu Euch zurück um nimmer zu scheiden.

.... Fleischmann habe schon vor einiger Zeit erklärt daß ich nacherfolgter Abweisung in 2lkk Znstanz sogleich abreisen würde, wogegen erauch nichts triftiges einzuwenden hatte, indem er selbst einsiehet, daß ichallein bei dieser Angelegenheit Zeit und Geld opfere. Bei Trsuttsl 6c FV.ist vor der Hand keine Stelle offen, Liotts. hat sich für's hiesige Geschäftmit einem gewissen LcmutaA, Kunsthändler in Oarlsrubs assosirt, der nunTöüuuä's Platz einnehmen wird. Nach deiner Einladung würde ich in-dessen auch auf keine andere Stelle mehr reflsctirt haben, sondern werdenach erfolgter Abweisung wie gesagt gleich von hier abgehen.

Zm andern Falle, wenn ich die Tonzession erhalte, werde das Geschäftmit aller möglicher Thätigkeit fortzuführen suchen und sollte später Heinrichkeine Lust haben dasselbe zu übernehmen, so werde ich schon Gelegenheitfinden es sonst vortheilhaft zu verkaufen. Zch bat dich neulich mir außerdenen im Anfang zu bezahlenden fl. zooo rheinisch noch fl. zoo-—- mitzu übermachen, damit ich im Nothsall etwas in Händen hätte, da ichglaubte, Du wolltest mir außer den mir von llsrnsob. zu zahlenden fl. s so—nichts über die Kaufsumme von fl. sooo übermachen. Zch meinte immerGulden muß aber undeutlich geschrieben haben, so daß Du es für Thalergelesen hast. — Es wird mir wohl schon in den ersten Wochen nachUebernahme des Geschäfts möglich sein, an llsnisoll die von denselbenbezogene Summe wieder zu erstatten.

Grüße die gute liebe Muttsr und meine liebe Justine und sei selbstherzlich gegrüßt von Deinem Dich aufrichtig liebenden dankbaren Sohne

Franz.