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Das Buchhandlungshaus K. F. Koehler in Leipzig : 1789 - 1889 ; ein Rückblick auf s. 100jähriges Bestehen
Entstehung
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Die Firma R. F. Aoohler in Leipzig. II. ;szo—;8?2.

Nun war also auch der zweite auf die Gründung einer eigenen, vomväterlichen Geschäfte unabhängigen Tristenz gerichtete Plan gescheitert. Trscheiterte ganz kurz vor seiner Verwirklichung und nur infolge äußerer Um-stände. Es war in den Sternen geschrieben: nirgends anders als inLeipzig sollte der nun Fünsundzwanzigjährige sein Ziel erreichen. U)ie es sooft zu beobachten ist: eigentlich gegen seinen Willen und trotz seines innerenWiderstreben? wurde der junge Geschäftsmann an den Platz gestellt, für dener geschaffen war; in das Geschäft berufen, das er klein, unbedeutend undfast kümmerlich vorfand, um es nach zwciundvierzigjähriger rastloser, um-sichtiger, reich gesegneter Thätigkeit dem Sohne als Firma ersten Ranges zuhinterlassen.

Die Übernahme des väterlichen Geschäftes wurde dein Buchhandel durchdas in der Beilage nachgebildete Zirkular mitgeteilt. Von allen Seiten er-hielt der neue Besitzer herzliche Glückwünsche und Zustimmungen, und ausallen den vorhandenen hierauf bezüglichen Briefen spricht sich das feste Ver-trauen der Schreiber aus, daß durch den Besitzwechsel der rechte Blaun anden rechten Platz gestellt worden sei. Das war um so notwendiger, als inden letzten Iahren des alternden und mehr und mehr kränkelnden Vatersnaturgemäß ein Stillstand, also ein Rückschritt in der Tntwickelung des Ge-schäftes zu bemerken gewesen war, der aus die Dauer hätte verhängnisvollwerden müssen. Der Sohn selbst hatte sich in diesen Verhältnissen nach seinerRückkehr aus München so lange nicht wohl befinden können, als er noch inAbhängigkeit von dein Vater war; er mochte sein Herz dem damals beiGross in Karlsruhe in Stelle befindlichen Bruder ausgeschüttet haben, derihn: darauf am s2. Dezember s329 schreibt: „Daß es Dir zu Haus nichtrecht behagt, kann ich mir wohl denken, und Du wirst finden, daß ich Dirkeine Übertreibung geschrieben habe, als ich nach weg wünschte. Des VatersGeschäft ist gegen die, in denen wir gearbeitet haben, zu klein und abge-storben, die Manier, wie es behandelt wird, nicht anziehend." Das ändertesich natürlich sofort, nachdem der Sohn nach eigenem Willen seine Verfügungentreffen konnte. Schon vorher hatte er den befreundeten auswärtigen Hand-lungen Andeutungen über den beabsichtigten Schritt gemacht und von überallZustimmung und Aufmunterung erhalten. Schon um Neujahr s3o0 findensich derartige Äußerungen von Saucrländer in Aarau und von Koehlers dortangestelltem Freunde Halbmeyer, und schon werden Andeutungen laut, daß ihmsicherlich bald die Kommission für diese Firma zufallen werde, die damalsdurch F. T. W. Vogel vertreten war. Dazwischen kommen Stimmen desBedauerns aus München, daß der dortige Plan zu Wasser geworden war.„Ist es nicht möglich," schreibt der dortige Philolog Spengel, „die Fleisch-