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Das Buchhandlungshaus K. F. Koehler in Leipzig : 1789 - 1889 ; ein Rückblick auf s. 100jähriges Bestehen
Entstehung
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Gründung des Hausstandes.

In die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts muß die Gründung deseigenen Hausstandes, die Verheiratung mit Christiane Hcnriette Hlltzcr ausGräfcnhainchen fallen, da ihm am 23. März f805 sein ältester Sohn Franz,sein späterer Geschäftsnachfolgcr, geboren wurde, dem am 2H. April s806ein weiterer Sohn Franz Heinrich und am 2. Ami f303 eine Tochter Hen-riette Justine folgten. - Nach den Berichten der noch lebenden Zeugen derletzten Jahre dieses Thebundcs haben wir uns das Verhältnis der beidenGatten als ein äußerst glückliches, dem IBescn einer rechten Ghe durchausentsprechendes zu denken. Gin Zeugnis aus früherer Zeit, aus den erstenLebensjahren der Rinder, zugleich ein höchst erfreulicher Beitrag zur Geschichteder Familie liegt uns vor in einem Aapitel der Selbstbiographie des inhohem Alter als Rentamtmann in Großenhain verstorbenen Aarl stNeusker.Dieser, damals im neunzehnten Jahre stehend, hatte die Lust verloren, sich- wie ursprünglich beabsichtigt war — den Studien zu widmen, und be-schlossen, Buchhändler zu werden. Durch ein Gesuch in der Zeitung fandsich eine Lehrlingsstellc bei Aarl Franz Aoehler in Leipzig, die zur Alichaelis-mcsse f803 angetreten wurde. Aus der für unseren Zweck sehr wertvollenGpisode des Buches, welches von dieser Lehrlingszcit handelt, geben wir Nach-stehendes mit des Trzählers eigenen IDorten wieder.

„Bei dein Antritte zu Michaelis zsos als Buchhandlungslehrling, undnun mitten unter Büchern lebend, hoffte ich, mein Glück begründet zuhaben, doch es erfolgte nicht sogleich, es mußte erst noch ein traurigesVierteljahr überstanden werden. Ich war allerdings schon z Z Jahre alt,doch scheute ich mich nicht, wie es damals noch gewöhnlich war, Stunden-lang packete, Briefe, Verlangszettel und dergleichen, die fast täglich vonauswärtigen Buchhandlungen, deren Tommissionär mein Hrinzipal war,eingingen, mit dein Markthelfer an die andern zahlreichen Buchhand-lungen des Grts auszutragen, oder auch bei solchen nachzufragen, obeben benäthigte Bücher etwa vorräthig wären, weil damals außer denneuesten, auch zahlreiche ältere Schriften auf dem Lager gehalten wurden.Ebenso hatte ich Bücherballcn mit zu packen, und mich ähnlicher Leistungenzu unterziehen, wobei damals der jüngste Lehrling den Markthelfer unter-stützen mußte. Da ich den ganzen Tag in dein ungeheizten Verkaufs-gewölbe zu verweilen hatte, so litt ich auch bald an erfrorenen Fingern;doch dies alles entmuthigte mich nicht, war ich doch mit Büchern beschäftigt.Ebenso wenig störte es mich, wenn manche meiner neuen Kameraden inandern Buchhandlungen über den bereits hochemporgeschossenen Neulingmit seiner provinziellen Mundart witzige Bemerkungen äußerten. EineHauptbeschäftigung in der ersten Zeit war für mich das Tollationiren,d. h. das Durchsehen der, zumal zur Meßzeit von den Verlagshändlernan die Sortimentshändler eingesandten Novitäten fneuen Bücher), obsämmtliche Bogen und etwa dazugehörige Beilagen vollständig vorhanden,fehlende aber von der Verlagshandlung noch zu verlangen wären, weildie Bücher damals mit seltener Ausnahme nur in losen Bogen versendetwurden. Diese Durchsicht war mir ein sehr erfreuliches Geschäft, weil