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Hundert Jahre Geschichte der Arnoldischen Buchhandlung zu Dresden von 1790 - 1890
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Arnold'S Conflikt mit Fürst Repnin.

den Fahrt zur Leipziger Buchhändlermesse, welche er fast bis an seinLebensende besucht hat; er war ein abgesagter Feind van Geburtstags-und Neujahrsgratnlationen, Weihnachten durfte seit dem im Jahre 1817erfolgten Tode seines einzigen Sohnes nie erwähnt werden.

Er war beseelt von Vaterlandsliebe und ungemein bestrebt für dasallgemeine Wohl, sprach seine Ansichten aber jederzeit freimüthig aus.Bereits im Jahre 1809 gab er, als die Umwandlung der damaligenFestungswälle in Frage kam, eine Schrift heraus unter dem Titel:Dasneue Dresden. Ideen zur Verschönerung dieser Stadt". Es dürfte nochheutigen Tages allgemein interessant sein, diese Ideen kennen zu lernenund bringe ich dieselben deshalb in einem besonderen Anhang zum Abdruck.

Johann Christoph Arnold hat dann später noch öfters seine Stimmein öffentlichen Angelegenheiten erhoben und zur Geltung gebracht, so z. B.als es galt, sich darüber schlüssig zu machen, wo der böhmische Bahn-hof, damals Prager Bahnhof genannt, hingcbaut werden sollte. Er trat sehrlebhaft dafür ein, daß er ans das Feld vor Struvc's Garten kommen möchte,also ans die Stelle, wo er ja thatsächlich auch später hingekommen ist, auchwar er der Urheber der zweiten Weißeritz-Ueberbrnckung am LöbtauerSchlage.

Anfang des Jahres 1814 als Sachsen unter dem russischen General-Gouverneur Fürsten Nepnin stand, gerieth er mit diesem in argen Conflikt,der sogar soweit führte, daß er auf Befehl desselben zwei Tage eingesperrtwurde. Es war nämlich damals eine Schrift erschienen unter dem Titel:Ein Wort über das Verhältniß des sächsischen Cabinets zu den hohenverbündeten Mächten im Frühling und Sommer 1813". In dieser Schriftwird der König von Sachsen aufgefordert, seine Beziehungen zu Napoleonzu lösen und zu den Verbündeten überzutreten. Arnold scheint durch dieseSchrift in seinen patriotischen Gefühlen gekränkt worden zu sein und ver-faßte in Verbindung mit Advocat Weinhold eine Gegenschrift unter demTitel:Kosmopolitische Beleuchtung jenes Wortes über das Verhältnißdes Sächsischen Cabinets zu den hohen verbündeten Mächten. Von einemwahrheitsliebenden Sachsen", in welcher sich die Verfasser in sehr scharfen

*) Von diesen Ideen sind so manche hente noch nicht verwirklicht, obgleich Dresdenin die Reihe der Großstädte eingetreten ist und deren endliche Ausführung thatsächlich hoheZeit wäre, z. B. die eines großen Badehauses, einer neuen Fleischbank bezw. Markthalle:c.