Persönliche Erinnenmpm nn Christoph Arnolde
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In den letzten 20 Jahren seines Lebens ging er nur einmal des Jahresins Geschäft, nämlich an dem Sonntag, welcher in die Weihnachtswochesiel. An diesem Tage kam er von seinem gewohnten Spaziergang eineStunde früher zurück, ging erst in die Kunsthandlung und dann in dieBuchhandlung, sagte jedem Angestellten guten Tag und reichte ihmdie Hand.
Ich will an dieser Stelle gleich bemerken, daß, so viel mir bekanntist, von den zu jener Zeit im Geschäft thätig gewesenen Persönlichkeitennur noch zwei leben und zwar Herr E. am Ende, derzeit Bibliothekar imKönigl. sächs. statistischen Bureau, welcher damals die Stelle eines Procn-risten bekleidete und Herr I. Heinrich Richter, der Verfasser des in diesemBuche mehrfach erwähnten Werkes „Lebenserinnerungen eines deutschenMalers", welcher noch unter Christoph Arnold im Geschäft gelernt hat.
Christoph Arnold war ein ungemein großer Kinderfreund, weshalb erauch den Tod seines einzigen Sohnes nie verwunden hat. Ans die jedemDresdner bekannte Vogelwiese, welche sich damals noch auf dem Platze befand,wo gegenwärtig das neue Amtsgerichtsgebäude gebaut wird, ging er regel-mäßig jeden Wochentag Nachmittags von 2—6 Uhr hinaus; ganz besonderesVergnügen machte es ihm zuzusehen, wie nach dem großen Vogel geschossenwurde, dies konnte er stundenlang thun. Stets hatte sich um ihn einegroße Schaar Kinder gesammelt, da sie wußten, daß es den allen bekanntenPapa Arnold großen Spaß machte, sie würfeln zu lassen oder ihnen einenSechser zu schenken, damit sie sich an dem beliebten Kinderspiel Mönchziehenergötzen konnten. Bis in sein spätes Alter hatte er Vergnügen am Theater;für das ganze Winterhalbjahr war er auf einen Parqnctplatz abonnirt,doch schickte er sehr häufig die beiden schon mehrfach erwähnten Knabenhinein. Ganz regelmäßig aber besuchte er mit seiner Stieftochter dieMaskenbälle im alten Opernhause, welches 1849 wegbranntc und sah imDomino von einer Loge ans dein Treiben zu. Sein hohes Alter hat erjedenfalls seiner streng geregelten Lebensweise zu verdanken gehabt; er wareigentlich auch niemals krank, nur jedesmal im Frühjahr ließ er durch denalten Stadtwundarzt Kox einen Aderlaß vornehmen, wonach er sich immersehr wohl fühlte; im klebrigen war er ein großer Anhänger des homöo-pathischen Heilverfahrens, sein Arzt war Hofrath Or. Schwarze. EineReise hat er niemals unternommen, mit Ausnahme der jährlich stattfinden-