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Persönliche Erinnerungen an Christoph Arnold.
im Lehnstnhle sein einfaches Abendbrot, ein kleines Schiisselchen mit gekochtenPflaumen oder einer Hafergrützsuppe. Nach Tisch brachte die freundlicheGottwerthchcn Neuigkeiten aus der Handlung, besonders waren es die da-mals sehr beliebten Taschenbücher und Musenalmanachs mit den Romberg'-schen Kupfern, welche stets willkommen geheißen und mit Freuden betrachtetwurden. Der alte Herr Fromm ließ seine Anekdoten und Neuigkeitenschnurren, wie vor Jahren, und nur der geliebte dicke Mops, welcher sichans das Fnßbänkchen gelegt hatte, gab zuweilen durch ein sanftes Schnarchenzu verstehen, daß er den Gesprächen seine Theilnahme nicht zu widmengedenke.
Die weiten Räume des alten Hauses, das hohe Wohnzimmer mitdem Erker nach dem alten Markte hinaus, ganz einfach aber solid möblirt,die anspruchslose aber behäbige Einfachheit und Treuherzigkeit ihrer Be-wohner, mit ihrem nicht kritisirenden aber genießenden Antheil an Allem,was von Literatur oder Kunst ihnen nahe kam, gab mir recht das Bildschönen altbürgerlichen Lebens."
In späteren Jahren nahm häufig an der Abendgesellschaft die Familiedes Kammermnsikns Schmiedel, Frau Maler Tänbert und BibliothekarLoßnitzer theil.
Mit dem Glockenschlag sisilO Uhr stand Papa Arnold ans und sagtekurz gute Nacht, ging in seine Schlafstube, schälte sich einen Apfel, aßdenselben, zog sich ans und ging Punkt 10 Uhr zu Bett. Eine Eigen-thümlichkeit von ihm war, daß er nie litt,- daß die Thüren seiner Wohnungverschlossen wurden, sie mußten Tag und Nacht offen stehen, ferner hatteer die Gewohnheit sein Geld lose in der linken Brusttasche zu tragen,einen Geldbeutel, wie er damals üblich war, kannte er nicht, er sah auchdas Geld nicht an, was er bezahlte, da er dies im Griffe hatte. Nie rauchteer, er hat auch nie eine Restauration besucht, nur in früheren Jahren ginger manchmal Abends zu Longo auf die Schloßstraße, wo er einige Freundetraf, mit denen er in geschäftlicher Beziehung stand und trank dort je nachder Jahreszeit ein Glas Mnscat Lunel oder Glühpunsch.
Jeden Sonn- und Feiertag Nachmittags Punkt 2 Uhr wurde in dieUmgegend von Dresden gefahren. Gewöhnliche Begleiter waren die schonerwähnten Kunze, Reimann, seine Stieftochter Gottwcrthc und die beidenKnaben Julius und Karl Lcnbner.