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Hundert Jahre Geschichte der Arnoldischen Buchhandlung zu Dresden von 1790 - 1890
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Persönliche Erimicrungeu nn Christoph Arnold.

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und Karl Leubner. Es wurde beim Essen nie über Politik gesprochen, nurvon geschäftlichen oder städtischen Angelegenheiten, manchmal auch vomTheater. Nach einer kurzen Mittagsruhe ging er Punkt 2 Uhr fort.Sommer und Winter, jahraus jahrein, trug er denselben Anzug, nämlichRock, Hose und Weste von feinstem blauen Tuch, im Winter trug er nurwärmere Untcrbeinkleider und statt des Hutes eine sehr große Biberpelz-mütze. Einen Regenschirm benutzte er selten, er bediente sich fast immernur eines Stockes. Außerdem hatte er die Angewohnheit, stets auf derMitte des Fahrweges zu gehen, das Trottoir existirte für ihn nicht. ImFrühling, Herbst und Winter ging er regelmäßig nach dem Lincke'schen Bad,um dort Kaffee zu trinken, dabei sah er einer Stammgesellschaft ältererHerren, welche »m diese Zeit dort Tarock spielten, zu. Im Sommer ginger in die große Wirthschaft im Großen Garten und besuchte dann häufigauf dem Rückweg sein bereits früher erwähntes Villengrundstück. Gegen6 Uhr kam er nach Hause, um 7 Uhr wurde ein sehr frugales Abendbroteingenommen, Thee oder Bier kam niemals auf den Tisch. Ueber seineAbendgesellschaft schreibt L. Nichter in seinen Lebcnserinnerungen, undzwar zu der Zeit als Arnold's Frau noch lebte:Die gute Mama Arnold,eine alte treuherzige Frau, und die nicht mehr junge Tochter Gottwerthebehandelten mich wie Sohn und Bruder und ich fühlte mich recht wohl beiihnen. Regelmäßige Gäste bei der Abendgesellschaft waren ein alter, etwaspodagraischer spanischer Sprachlehrer Namens Fromm, er war der behag-lichste redselige Gesellschafter, denn er langte hervor wie ein guter Hausvater,aus seinem Gedächtnißschatze Altes und Neues; Altes aus seiner Jugendzeitund seinem Aufenthalt in Spanien, Neues, was in der Stadt sich Merk-würdiges zugetragen hatte. Der zweite Herr war ein Verwandter derFamilie, ein Wittwer und seines Zeichens Mechanikus. Er war die stummePerson im Stücke, denn ich kann mich kaum erinnern, ein Wort von ihmgehört zn haben. Aber er spielte das Piano so meisterhaft, daß es eineWonne war, ihm zuzuhören." Späterhin heißt es nochmals:Da saßnun Papa Arnold etwas abseits vom Tische, damit ihn die Lampe nichtblende, und sah die Handlungsbncher durch, welche ein Lehrking nebst denSchlüsseln um 7 Uhr herausgebracht hatte, horchte dazwischen auf das Ge-spräch am Tische, indem er es von Zeit zu Zeit mit einem Brocken gut-müthiger Ironie oder einer belehrenden Bemerkung spickte, und verzehrte