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Persönliche Erinnerungen nn Christoph Arnold.
reichte Früchte getragen haben, wenn nicht sein edler Unterstützungseiferfartwährend namhafte Opfer gebracht hätte, daß einige Ncbenzweige seinesGeschäfts ihm nur unbedeutenden Nutzen brächten und er diese nur deshalbbeibehielte, nur dadurch Gelegenheit zu bekommen, einigen Menschen mehrBrod und Unterhalt zu gewähren. Gegen die Schriftsteller hat er sich— was wohl nur wenigen Buchhändlern Deutschlands nachzurühmen seindürfte — jederzeit nicht nur streng rechtlich, sondern auch anerkanntsplendid benommen; ganze Familien haben ihm ihre Existenz zu verdanken,und man weiß, daß er Schriftstellern, welche früher einmal Glück in derLesewelt machten, durch neuerdings eingetretene Geschmacksmetamorphosenaber mit einen Schlage veralteten und ihr Publikum zum großen Theilverloren, noch immer in Rücksicht ihrer früheren Nutzbarkeit ein so ansehn-liches Honorar zahlte, daß er schwerlich noch auf einen großen Gewinnrechnen durfte".
Arnold's Lebensweise war eine sehr geregelte. Es mußte alles nachder Minute gehen; Sommer und Winter stand er früh um 7 Uhr ans;nach dem Waschen und Ankleiden trank er zwei Tassen Thee und aß zweiHörnchen dazu. Punkt 8 Uhr setzte er sich an seinen Sekretär, angethanmit großen bis zum Knie reichenden Schaftstiefeln, welche er niemals aus-zog, bis er Abends zu Bett ging. Den Luxus eines Paares Hansschuhe hater sich nie gegönnt, dagegen trug er im Hanse stets ein schwarzseidenes Haus-lappchcn. Im Laufe des Vormittags ließ er sich zunächst die Leipziger Zeitungvorlesen, dann empfing er Geschäftsberichte. Auch empfing er Schriftstelleroder sonstige Besuche, die einen geschäftlichen Charakter hatten, freundschaft-liche Besuche sah er nicht gern.
Sein Mittagstisch war einfach. Er bestand ans Suppe, Fleisch undGemüse oder Braten und Compot; Sonntags kam dazu eine Mehlspeiseund 2 Flaschen leichter Moselwein. In der Woche kam niemals Weinoder Bier ans den Tisch, nur Wasser, welches von dem an der Krenzkirchebefindlichen Brunnen geholt werden mußte. Besonders liebte er Aepfelsnppeund Kalbsbraten, beides mußte jede Woche dreimal gekocht werden. Inden Jahren 1838—1844 bestand die Mittagsgesellschaft täglich aus 8 Per-sonen, und zwar aus Arnold, seinem Vetter Advocat Leupold, dem Geschäfts-führer Reimann, dem alten Buchhalter Knnze und der Stieftochter Gott-werthe, Frau Lange, der früheren Haushälterin und den beiden Knaben Julius