Druckschrift 
Hundert Jahre Geschichte der Arnoldischen Buchhandlung zu Dresden von 1790 - 1890
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

Eröffnung cincs Zweiggeschäftes in Leipzig.

41

alle ausgezeichnete Einheimische nnd Durchreisende am bequemsten sehenund nötigenfalls sich ihnen nähern kann, ein verdoppeltes Interesse."

Das Museum bestand dann bis zum Jahre 1835, da es aber garkeinen Gewinn abwarf, ließ es Arnold wieder eingehen. Der rasch an-wachsende Verlag und der dadurch bedingte engere Verkehr mit Leipzigließen bei Arnold den schon längst gehegten Plan einer Filiale daselbst inAusführung bringen. Nachdem er das Bürgerrecht von Leipzig erworbenhatte, wurde das Zweiggeschäft am 1. October 1325 eröffnet und zwarauf der Universitätsstraßc in der großen Feuerkugel. Der Geschäftsführerwar ein gewisser Jonas. Besonders zur Ostcrmesse, während Arnold zurAbrechnung in Leipzig anwesend war, wurde das Geschäft mit Vorliebevon den zahlreichen Geschäftsfreunden, mit denen er in Verbindung stand,aufgesucht, umsomchr als sich vis-ü-vis die vom gesammtcn auswärtigenBuchhandel gern und stark frequcntirte Weinstube von Lange befand.Infolgedessen herrschte bei diesen Besuchen immer ein sehr gemüthlicher Ton.Ich komme späterhin noch einmal auf die weiteren Schicksale dieser LeipzigerAbzweigung des Dresdner Hauptgeschäfts zurück.

Um das Jahr 1827 muß Johann Christoph Arnold in großenSorgen gewesen sein; der damals in üppigster Blüthe stehende Nachdruckmuß ihm das Leben sehr schwer gemacht haben, denn in den Lcbens-crinncrungen eines deutschen Malers (L. Richter) heißt es:Als ich (Richter)zu ihm (Arnold) kam, fand ich ihn vor seinem Schreibtisch sitzend, gebeugtden Kopf auf die Hand gestützt, vor ihm zwei erbrochene Briefe, und ersagte mir:Hier liegen zwei Briefe von Geschäftsfreunden, die mir melden,daß Maklot in Stuttgart meine neuen Prachtausgaben von Schilling's,van der Velde's und Tromlitz's Schriften nachgedruckt nnd für einen Spott-preis angekündigt habe. Nun liegen die großen Auflagen wie Blei bei mir.Das große Kapital, das ich hineingesteckt habe, ist verloren, und ich weißnicht, ob ich nicht in den nächsten Tagen meine Handlung schließen muß".Mit den Nachdruckern hat Arnold überhaupt viele Händel auszufechten ge-habt, auch das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, enthält in derersten am 3. Januar 1334 erschienen Nummer, bereits eine ernstlicheRüge über einen in Norddeutschland herausgckommencn unverschämtenNachdruck des in Arnold's Verlag erschienenen Wörterbuches der Aus-sprache fremdländischer Eigennamen von Dr. Müller. Judessen scheint sich

6