Wätcre Schicksale der Abendzeitung.
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quenter Redacteur. Seine Zeitschrift war in ruhiger Zeit entstanden undschon deshalb blos auf eine ruhige Zeit berechnet. Die strenge Verban-nung jeder Polemik bewirkte, daß alle friedliebenden, streitentwöhnten litera-rischen Gemüther sich am liebsten in den Schatten „Vespertincns" — solautete die gangbare Uebersetznng des Namens der „Abendzeitung" —flüchteten. Aber diese Ansammlung ausschließend Gleichgesinnter, vonwelchen jeder den anderen zn poussiren suchte, um dafür von ihm poussirtzu werden, führte nothwendig zuletzt zum Cliquengeistc; die „Abendzeitung"ward solcher Gestalt zn einem großen Familicnhause, dessen Bewohner nurans Lob und Anerkennung zu rechnen hatten und vor jeder, auch ehrlichtadelnden Kritik sicher waren. Hiermit wurde aber der Impuls zum Vor-wärtsstreben, zur eigenen Vervollkommnung gelähmt, es machte sich allmnligStagnation und Eintönigkeit fühlbar. Als später die Zeitströmung imAllgemeinen schärfer und schneidender wurde, ließ sich jenes idyllische Lebennur schwer fortsetzen. Die politischen Stürme der dreißiger Jähre ver-änderten den Geschmack des Lesepublikums, man verlangte nach prickelndenAnregungen, gelegentlich nach etwas Satyre, und das alles konnte undwollte die „Abendzeitung" nicht bieten. Seitdem war sie im Niedergangebegriffen.
Die Vignette der „ Abendzeitung" bei ihrem Erscheinen 1817 war derüber einer Papyrnsrolle schwebende Vogel der Minerva. An die Stelledieses Jnbildes trat jedoch nach kurzer Zeit der bekannte geflügelte Knabe,welcher vor einer großen Lampe kniete und Oel in dieselbe füllte. Diesewenig geschmackvolle Vignette wurde dann beibehalten.
Im Jahre 1835 verkaufte Arnold sein Verlagsrecht an diesem Blattemit dem Vorbehalt des Debits desselben an Hofrath Winkler. Die Zeitungist hierauf noch bis zum Jahre 1848 in Commission der Arnoldischcn Buch-handlung erschienen und dann eingegangen.
Es begann nun für die Arnoldische Buchhandlung eine Periode derruhigen Entwickelung, obgleich man hätte meinen sollen, daß die bald daraufhereinbrechenden Kriegsunruhen mehr hemmend als fördernd auf den Gangdes Geschäftes eingewirkt hätten. Das erste unter der Firma ArnoldischeBuchhandlung in Dresden verlegte Buch war „Chr. A. G. Göde, Reisenin England, Wales, Irland und Schottland. Mit besondererRücksicht auf Natur, Kunst und Vergleichung mit anderen Ländern".