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Weitere Schicksale der Abendzeitung,
dessen Name auf dem Titelblatte wegblieb. Die Idee der geistreichenUnterhaltung war nach dem Programme des Herausgebers die leitende der„Abendzeitung", daher sie Gedichte, Erzählungen, Anekdoten, Charakteristiken,Bemerkungen u. s. w. mittheilte. Doch schloß sie keineswegs Belehrungaus, insofern sich diese nicht in streng wissenschaftliche Form kleidete. Bei-spiele davon waren die astronomischen Reiseberichte von Nürnberger, dieAbhandlungen über Champollion's Hieroglyphik u. a. m. Sehr reich wardas Feld der Originalcorrespondenzcn aus alleu bedeutenden StädtenDeutschlands, sowie aus Paris, London, Rom, Petersburg u. s. w. DieRecensionen und Anzeigen, welche die Zeitschrift mittheilte, waren nieanonym, sondern stets mit dem Namen des Verfassers unterzeichnet. Sorg-sam wachte Winkler darüber, daß die „Abendzeitung" sich von jeder Polemikfrei erhielt, sich weder in literarische, noch viel weniger in politische Streitig-keiten einließ, den Gang aber, welchen sie gleich im Beginne angenommenhatte, allen Veränderungen des Zeitgeistes gegenüber ruhig beibehielt. StrengeSittlichkeit blieb eine Hauptaufgabe.
Es glückte der „Abendzeitung" vom Beginne an, sich geachtete undbeliebte Erzähler zuzugesellen. So begann sie schon 1817 mit Erzählungenvon Gustav Schilling und H. Clauren und brachte musikalische Artikel ausder Feder eines Karl Maria von Weber. Bald darauf trat iu ihr van derVelde auf und blieb ihr treu bis an seinen Tod 1824, indem er für keineandere Zeitschrist schrieb. Derselbe Fall war mit Weisflog; auch von Trom-litz und Brvnikowski wurden durch sie zuerst dem größeren Publikum be-kannt. Ein Gleiches fand bei Waiblingcr und Sophie May statt. Späterkamen die Erzähler von Wachsmann, von Guseck, Ed. Gehe u. a. hinzu.Nicht minder führte sie im Felde der Lyrik mehrere Dichter und Dichterinnenzuerst iu die Literatur ein; es genügt, die Namen Theophania, Agnes Franz,Thekla Hohlfeld, Richard Roos, Püttermanu, Tschabuschnigg w. zu nennen.Die Zahl der Schriftsteller, welche seit dem Beginne der „Abendzeitung"wirkliche Beiträge in dieselbe geliefert haben, betrug schon bis zur Mitteder dreißiger Jahre weit über Ml), und unter ihnen fehlten nur wenigeder in der schönen Literatur damaliger Zeit vorzugsweise geachteten Namen.
Winkler, welcher übrigens, wie hier bemerkt sei, bis zu seinem imJahre 1856 erfolgten Tode im Arnold'schen Hause gewohnt hat, war vonseinem Standpunkte aus ein tüchtiger, umsichtiger, vielleicht etwas zu conse-