Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
324
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von Bayern die Forderungen der Bürger und Studenten alsberechtigt zu erklären. Das Schreiben, das derselbe an denKönig richtete, schloss mit der ernsten .Mahnung: Der festeWille eines Königs ist gross und edel; bleibt er aber unbeug-sam gegen die Anforderungen der von der Vorsehung be-schlossenen Richtung der Zeit, dann zerfällt er in Staub undwird zu einem Fluch für Königthum und Volk. EmpfangenEw. Majestät daher jetzt die feierliche Versicherung, dass wennEw. M. unabänderlich auf Ihrer Willensmeinung bestehen, Sie,nachdem vielleicht Ströme Blutes geflossen sein werden, Sichin Kürze genöthigt sehen werden, vom Throne Ihrer Väterherabzusteigen. Wenn aber auch Ew. M. Ihre Krone IhremWillen zum Opfer bringen, so ziehen Allerhöchstdieselben inErwägung, dass ein solcher Vorfall ganz Deutschland, unsertheures Vaterland, mit in den Abgrund schleudern würde.Ew. M. werden dies nicht thun, können dies nicht thun! Aller-gnädigster König 1 Ich bin Ihr treuster Unterthan; allein ichbin auch ein deutscher Fürst und würde als solcher nicht zurNachgiebigkeit rathen, wenn dies mit der Ehre eines Fürstenunverträglich wäre. Um Eins beschwöre ich Ew. M.: Nurkeine halben Massregeln!"

(Bekanntlich entsagte König Ludwig I. v. Bayern demThrone am 20. März 1848).

Fürst Carl ist der Haupt-Schöpfer des köstlich mitten imOdenwald, '272 Stunden von Amorbach gelegenen stattlichenSchlosses Waldleiningen, das er 1828 begann und das unterFürst Ernst weitergeführt und in dem jetzigen Umfange 1867vollendet wurde. Waldleiningen, in englisch-gothischem (Tudor-)Stile erbaut, liegt 1 ) in einem ungeheuren Amphitheater, dessensteil abfallende Wände ca. 2000 Fuss hoch und durchaus mit

l ) Tägl. Eundsohau 1885, Nr. 183, S. 730.