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Wohlhabenden ein und suchten oft die Hütten der Dürftigenund Leidenden. —
Nach der Abendtafel wurde das Vorzüglichste aus derneuesten Literatur vorgelesen u s. w. —
Diese Fürsten hatten das Ansehen, das Väter und Haus-herren haben müssen; aber sie lebten mit ihren Dienernfreundlich und zutraulich. — Im Winter wurden Sonntags aufdem Gesellschaftstheater zu Dürkheim von dem ErbprinzenEmich Karl, den fürstlichen Rathen und ihren Frauen Schau-spiele gegeben. Dieses Etablissement war ganz das Werk desErbprinzen. Man war weit darin gekommen Genauigkeitder Costüme, Decenz und Pünktlichkeit waren eigne Vorzüge,wodurch dies Institut sich auszeichnete! —
1787 überfiel den Erbprinzen Emich Karl eine gefährlicheKrankheit. Wie war es damals so sichtbar, dass für jedermannein treuer Freund darnieder lag. Wie theilten die gutenMenschen die Angst und Sorgen des Vaters! Wie laut undherzlich war ihre Freude, als der edle junge Mann genesenunter ihnen umherging."
Dass Fürst Emich Carl noch als Erbprinz selbst dichterischthätig war, ist oben bereits erwähnt: Er verfasste u. A. 1784ein „Seraphine" betiteltes Stück; auch war er ein grosser Ver-ehrer des Idyllendichters Salomon Gessner (geb. 1730, starb1787), zu dessen Gedächtniss er im Jägerthale nahe dem Jagd-schlösse ein reizend gelegenes Tempelchen erbauen liess 1 ), dasspäter (1. Febr. 1794) leidertauch der Roliheit und der Wuthder „Neufranken" erlag.
Eine längere Regierung war ihm nicht beschieden, dennbereits nach 7 Jahren verstarb er am 4. Juli 1814.
!) Iffland a. a. 0. (Vorrede zur „Vaiei freude'")-