Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
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die Hand auf meine Schultern legte und mit aller Feier denBlick an den Himmel gerichtet, sagte: Gedenken Sie derProphezeihung eines ehrlichen alten Mannes, in 3 Jahren liegtalles dieses in Asche! — Es war mir fremd, von dem muthigenManne diese trübe Ansicht zu empfangen. Ach! Er hat nurzu wahr geredet."

Beim ersten Einfall des Cüstineschen Heeres 1792 verliessdie fürstliche Familie ihren Wohnsitz noch nicht und that dieserst, als der allgemeine Wunsch! des Landes sie endlich er-mahnte, nach Mannheim zu gehen 1 ). 1793 und 1794 betratsie den heimischen Boden nochmals auf kurze Zeit, musstedann aber flüchten, um nimmer wiederzukehren, ausser alsFremdlinge. Am 1. Januar 1794 stürmten die Franzosen inDürkheim ein, und Stadt und Land hatten unter den Zügel-losigkeiten der „Freiheits'-Männer und den fortwährendenContributionen Unsägliches zu leiden? In der Nacht des31. Januar 1794 zündeten die Franzosen das fürstliche Schlosszu Dürkheim an und verhinderten jeden Versuch zum Löschen.So sanken denn das stattliche Schloss 2 ), die Kaserne, derMarstall und das Liebhabertheater auf ein Mal in Trümmerund Asche. Kurz darauf, am 1. Februar 1794 ging das Jagd-schloss Jägerthal und der Gessner'sche Tempel in Flammenauf, am 29. März 1794 steckten französische Jäger auchdie Hartenburg in Brand 3 ), und so sank denn auch diese stolzealtehrwürdige Feste für immer darnieder. Was an Schätzen,Archivalien, Rüstungen u. s. w. in der Burg vorhanden war,wurde ein Raub der Flammen. Die fürstlichen Angestellten,die Geistlichkeit und viele Bürger mussten sich, um Grausam-

') Iffland a. a. 0.

2 ) Abbildung in den Sammlungen des bist. Vereins der Pfalz und imDürkheimer Alterth.-Verein.

3 ) Näheres bei Lehmann, Dürkh. Thal. S. 260 u. 261.

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