Um der Noth abzuhelfen, musste Graf Fnedr. Emich sichentschhessen, seinen Antheil an Dagsburg 1658 an Graf Joh.Casimir (No. 229) um 14 000 Gulden zu verpfänden 1 ).
Kaum fingen die vom 30jährigen Krieg der Grafschaftgeschlagenen Wunden an, zu heilen, so brachten abermalsneue Kriegszeiten schwere Noth über das vielgeplagte Land.
Nach Ausbruch des Kriegs zwischen Frankreich und demDeutschen Reich kam 1674 eine Colonne der Türenne'schenArmee vor die Hartenburg, wurde aber beim Sturme kräftigzurückgewiesen, worauf sie ihre uth am nahen Dürkheimausliess. Mehrmals kehrten die Franzosen noch wieder, ohneaber viel ausrichten zu können. Dieses Hin- und Herziehenendete erst mit den Nym weger Frieden von 1679.
Bald darauf begann die für Deutschland schmachvolleZeit der französischen „Reunionen".
Minister Louvois, dessen Ziel Hier Ruin der elsässischenDynasten war, gab 1677 vor, dass Dagsburg ein Zufluchtsortvon Parteigängern sei, welche dorthin Fässer mit Göhl und eindem Herzog von Crequy weggenommenes prachtvolles Silber-service verbracht hätten, und gab den Befehl, sich der Burgzu bemächtigen. Am 8. März 1677 kam denn auch M. de Bois-David mit 400 Mann Infanterie und 100 Mann Cavallerie vorder Dagsburg an. Bei deren Annäherung hatten sich 18 Mann,meist Leiningensche Forstleute, in diese auf hohem Felsenthronende Burg zurückgezogen, mit der festen Absicht, dieseihren Grafen zu erhalten und sich bis zum Aeusserstenzu vertheidigen. Die Aufforderung zur Uebergabe wurde dennauch zurückgewiesen und mehrere Versuche der Franzosen,Minen anzulegen, mit herabgeworfenen Felsstüeken und Flinten-schüssen erfolgreich-abgeschlagen. Deshalb liess General de
l ) Lein. Geh. Archiv.