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1 (1890)
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Bei der Theilung der Brüder im Jahre 1448 hatte Schaffritdie Besitzungen im Elsass und in Lothringen erhalten, dar-unter die Herrschaft Ormes mit Dörfern und Leuten, und denLeiningenschen Antheil an der Gutenburg nebst Zubehör,welchen er aber, so wie auch die Stadt Brumat wieder in einenKampfe mit Lichtenberg verlor. Bald nachher gerieth Schaffritselbst in Gefangenschaft. Die Gefangennahme aber geschahnicht auf dem Schlachtfelde, sondern auf eine ganz hinterlistigeWeise. Als Schaffrit von einer Zusammenkunft der Reichs-städte, zu welcher er mit dem Markgrafen Karl gereist war,zurückkehrte, ward er auf der Fahrt über den Rhein über-fallen und in eine Gefangenschaft geführt, die von Mi-chaelis 1457 bis 11. Juni (S. Barnabe) 1463 (also 6 Jahre we-niger sechs Wochen) währte. Hier musste er Gutenburg demLudwig von Lichtenberg übergeben, der es dem PfalzgrafenLudwig, seinem- Vetter verkaufte 1 ). Während seiner Gefangen-schaft ward auch sonst noch manche Plünderung verübt undihm Vieles entrissen, so u. A. Weissenburg- auch den ihmgehörigen Wald, das Hofthal, hieb man nieder, und zwang ihnbei seiner Freilassung 1463, eine von ihm unterschriebene Ur-fehde zu beschwören 2 ).

Uebrigens muss er auch nachher nochmals mit den zän-kischen Lichtenbergern (die auch mit den Westerburgern viel-fach Händel anfingen), trotz der Verschwägerung, in Streit ge-rathen und abermals gefangen genommen sein, da im Jahre 1467der Kaiser den Entscheid erlässt, dass Graf Schaffrit von Lei-ningen, der von den Brüdern Jacob und Ludwig von Lichten-berg gefangen gehalten und gemisshandelt worden, freigelassen

1) M. Kremnat, Blsiiss. Chron. II. 154.

2 ) Mittwoch nach dem Sonnentage der h. Dreifaltigkeit (8. Juni) 1463.Original (Pergament, deutsch, mit Siegel) im Archiv des Grafen K. E. zu Lei-ningen-Westerburg.