Emich VI.
Er succedirte im Jahre 1381. Unmittelbar nachdem seinVater aus einem bewegten Leben abgerufen war, hatteEmich VI. das Ungemach, dass an ihn und die Wittwe seinesVaters vielerlei Forderungen wegen Entschädigung für erlitteneKriegsschäden einliefen. Es finden sich aus den Jahren 1381bis 1383 über zwanzig Urkunden in Bezug auf Abfindungenmit Grafen und Edlen wegen Brandes, verlorener Pferde, Ver-wüstungen etc. als Folge des Krieges mit den Reichsstädten,Forderungen, die Emich V. zwar grösstentheils gedeckt hatte,deren Deckung aber als nicht genügend befunden wurde.Eine günstige Fügung war es dagegen, dass ihn der Kurfürstvon der Pfalz in den Landfrieden aufnahm, welchen KönigWenzel auf fünf Jahre mit den Reichsfürsten errichtet hatte 1 ).— Indess war, abgesehen von den zahlreichen Entschädigungen,auch dem eignen Lande viel Nachtheil zugefügt, der freilichzum Theil ersetzt wurde, so z. B. der Schaden, den die Ge-meinde des Leiningensehen Dorfes Bechtheim durch Ruprechtden Jüngern, Pfalzgraf bei Rhein, in dem offenen Kriege er-litten hatte, welchen Ruprecht der Aeltere und der ErzbischofAdolf von Mainz mit einander führten, worüber Emich VI. am4. Mai 1382 2 ) die Entschädigunsklage anstrengte.
') Mittwoch nach dem Weissen Sonntage (9. April) 1382.
-) Originalurkunde mit wohl erhaltenem Siegel: ,,vfl Suntag naeli dez h.crutzis dag als iz fluiden ward." Im Filialarohiv zu Speyer.