Druckschrift 
1 (1890)
Entstehung
Seite
32
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als Miterbinnen immer einen Tlieil der allodialen Besitzungenerhielten. So hatte Alherat unter Ändernd das Patronat derKi rche des heil. Martin in Bockenheim bekommen, 1 ) und darauskann man mit Recht seliliessen, dass eine reiche Ausstattungauch bei ihrer Schwester Lucarde der Fall war, und dass dieseschon zu Lebzeiten ihres Bruders Friedrieh I. eigene allodialeBesitzungen in der Grafschaft Leiningen hatte, die sie auf ihreKinder vererben konnte, wie dies bei ihrem Sohne Friedrich II.tliatsächlich der Fall war.

Seit Friedrichs 1. Tode stand nun das ganze LeiningerGeschlecht in Wirklichkeit lediglich auf zwei weib-lichen Augen, ein merkwürdiger Umstand, der sich nachLandgraf Hcsso's Tode unter dessen Schwester, der GräfinMargaretha, bei der einen Linie sogar wiederholte.

Da die beiden älteren Brüder, Hermann und Eberhard,schon vor ihrem Vater gestorben waren, so kam die Nachfolgein der Regierung auf ihren Bruder

21 Friedrich I.,

Grafen von Leiningen, den Sohn Emichs III. und BruderLucardens. Er kommt schon im Jahre 1159, und zwar ineiner unter seinem Vater erwähnten Urkunde vor, zugleichmit seiner Mutter und seinen schon vor dem Vater verstorbenenbeiden ältesten Brüdern, trat nach dem Tode seines Vaters, alsnunmehr Aeltester, nach dem Erbfolgerechte die Regierungan, erscheint 1189 als erster Zeuge in einer Schenkung KaiserFriedrichs I. an das Bisthum Strassburg, 2 ) schenkt 1206 demStifte des heil. Philipp zu Cell seine Gerechtsame an den

') Jus patronatus ccclosiac S. Martini in Bucclioneim eo juro here-ditario quo in sortem mcain concossum.

-) Datum apud Ilagenowe anno domin. incarn. 1180, 18. Kai. Maii, inWürdtwein Subsid. dipl. nova XY. II C.