V o rwort.
Wclclic Schwierigkeiten die Aufstellung einer von Irr-thümern freien Genealogie alter Familien, zumal im frühestenMittelalter, darbietet, hat jeder Geschichtsfreund genugsamkennen gelernt, und doch liefert gerade dieser Zweig der Ge-schichte das Fundament, auf welchem die Darstellung derEreignisse sich aufbaut. In Bezug auf Genealogie nun gewährenfür die frühesten mittelalterlichen Zeiten eine grosse, ja fasteinzige Sicherheit die Urkunden, aber selbst diese reichen nichtimmer aus. Abgesehen davon, dass zuvörderst die Ächtheiteiner Urkunde festgestellt sein muss, bedürfen auch die inihnen vorkommenden Namen der Aussteller, wie der Zeugenund der ausserdem darin bezeichneten Personen, oft noch erstder Vergleichung unter sich und mit Thatsachen und Ereig-nissen jener Zeit, da man bis zum zwölften Jahrhunderte sichfast lediglich der Taufnamen bediente und erst mit jenemJahrhunderte Familiennamen (die meist von den Besitzungenhergenommen wurden) einzuführen begann. Aber selbst nachEinführung der Geschlechtsnamen kamen die Personen vor,ohne durch irgend einen Zusatz von etwa gleichnamigen Vätern,Söhnen, Oheimen oder Vettern anders unterschieden zu werden,als etwa durch der „Alte" oder der „Junge", in welchem Falle