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Historische Nachrichten über den zur gräflich-mansfeldischen Herrschaft Heldrungen gehörenden Marktflecken Gehofen und die in der Landgrafschaft Thüringen gelegenen Ämter Leinungen und Morungen
Entstehung
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daran stürben und begraben wurden, worunter auch der Herr Dekan Herr Böhm; dieandere Woche darauf auch Martin Burggrafe, der Becker, einbüßen müssen. Griffdie Leute mit einem trefflichen Durchfall an, darbei ein jämmerliches Reißen, daß sievor Angst auf Händen und Füßen herum gekrochen sind, mit einer großen Hitze undstetigem Trinken; steckte auch immer eins das andere an, dardurch wir an keinem Ortewiederum eingelassen wurden; währete aber nicht lange. — Fast Ausganges des Oktobersinge die EontuZioii in Sangerhauscn (ob sie gleich starke Wache und gute Vorsorgegehalten) auch, jedoch ganz einzeln, wurden auch alsofort darauf versperret.

1684. Die Vcrsperrung hat in Sangerhausen im Januar noch gewährt, ander Oontg-Kion aber sehr wenig gestorben. Im Febr. Sangerh. noch nicht offen. Indem April-Monat kam Sangerh. wieder auf. Weiln aber im Juni Herr Magister Ssonrmit seinein Weibe, Sohne, 3 Töchtern und 2cn Mägden an der OoutuAiou wiedergestorben und ferner noch in etlichen Hänsern angangen, wurden sie Ausganges MonatsJuni wieder versperret. In Halle hat die Eouwgian, sowohl in Nordhausen diesesJahr auch noch eine Zeit lang gewähret, im Juni aber ivieder aufgangen, und sollenin jedem Orte an die 5000 daraufgangen sein. In Erfurt aber hat es bis Datonoch emAinuii'öt, und sollen manchen Tag 60 bis 70 hingefallen sein. — Sanger-hausen ist in diesem Jahr noch nicht anfgangcn, die (lont.ag'iou aber sehr geringdarinnen gewesen. Im September und Oktober hat die Rothe Ruhr und WeißeRuhr stark grassirt und die Leute sehr jämmerlich gemartert (so mich sden Bericht-erstatter) auch betroffen). Etliche, so von dieser Plage gewesen, sind nachdem mitSchwulst befallen und lange Zeit daran siechen müssen. Vor die Ruhr hat nur meistgeholfen Wegebreitsamen so schwer als ein ausgcschlagenes Ei zc.

1684. Die EontaAon, ob sie gleich nicht viel mehr in Sangerh. gewesen, istsie doch bis an den Mai versperret verblieben. Nach dieser Zeit hat man hiehcrumnichts mehr vernommen. Die Rothe Ruhr aber hat hie, zu Horla und dahcrumnoch grassiret. Im Juli hat die Rothe Ruhr wieder allhic sehr scharf grassiret,worvon etliche trefflich gemartert worden nnd theils darüber mit großen Schmerzen ein-büßen müssen.

Im Februar 1683 wurde der neue Amtmann Gottfried Stiegledcr den Unter-thanen vorgestellt, nachdem er zuvor im Beisein der Gcrichtsschöppen seine Pflicht ab-gelegt hatte, „so ihme in Gegenwart Ihr. Hochwürden des Dhumherrens vondem Amtsschreiber Johann Andres Geiger vorgelesen worden."

Am 1. April 1683 wurde der neue Dekan (Joh. Phil.) Emmerling in seinAmt eingewiesen. An demselben Tage „der Herr Rittmeister (auf Neuhaus) einejunge Tochter (Magd. Elisab.) taufen lassen." — In den Monaten April, Maiund Juni 1683 haben die Gewitter großen Schaden gethan. — Getreidcpreisc1683: der Scheffel Weizen 3 bis 9 Gr., Korn 5 u. 6 Gr., Gerste 4 u. 5 Gr.,Hafer 2 Gr. 6 Pf. u. 3 Gr., Rübsamen 3 bis 12 Gr.; das Bier im Amte 8 Pf.,in der Gemeinde 7 Pf.; der Wein 1 Gr.; das Schöpsenfleisch 9 u. 10 Pf., Kalb-fleisch 9 Pf., Schweinefleisch 1 Gr., „da doch das Vieh ziemlich wohlfeil gewesen",1 Hammel 18 bis 21 Gr., 1 2jähr. gemästetes Schwein 4 fl., 1 Kuh 6 bis 7 fl.

Den 21. März 1684 war die kurfürstl. Huldigung zu L., darbei der Ober-aufseher vou Kospoth, ein Justitien-Rath aus Dresden, der Substitut Stiegleder,der Rentmeister und Amtschreiber. Von dem Herrn Oberaufseher geschah die lA-upositiouin der großen Stube zum Fenster heraus; das Volk stand unten im (Schloß-) Hofe,da d ann von dem Amtschreiber uns (den Amts - Untcrthancn) der Eid vorgelesen, dar-nebest versprochen, uns bei unserer alten Gerechtigkeit zu lassen und zu schützen.

Im April 1685 ist der Kuhhirt zu Morungen krank worden Und hat vorHunger das Aas geholet und gegessen. Nnd als er darauf gestorben und keine Mittelzu begraben, haben die Geistlichen auch nicht darbei (weiln kein Geld vorhanden) ihrAmt verrichten wollen. „Dahero er als ein Hund begraben worden." — Im Jahre1685 ist des Raubens sehr viel gewesen, als sie des Nachts mit Gewalt in die Häusergefallen, die Leute gebunden und versperret und nachmals alles hinweg geraubet.