noch einmal ausdrücklich und eigenhändig diese Anstellung. Im Jahre1558 entwarf er eine höchst merkwürdige Ordnung für die Studien desHerzogs selbst, dann machte er sich daran, für diesen die ganze Bibel,ebenfalls aus Luthers Uebersetzung, ins Lateinische zu übertragen; nochspäter übersetzte er den Bio Chrysostonuis, der auch herausgegeben wurde.1561 — 64 finden wir ihn wieder auf Staatsreisen wegen Christoph, auchdie unangenehmen Theilungsverhandlungen mit Herzog Ulrich führte er.1569 wurde er erster Rath; vermuthlich hat er Johann Albrecht bestärkt,in seinem Testamente, einem der bedeutendsten mecklenburgischen Haus-gesetze, die Primogenitur zu bestimmen; noch am Sterbelager des Pürstenvermochte er in dessen Auftrage den Herzog Ulrich zur Uebernahmeder Vormundschaft. Auch unter dieser blieb er im Dienste, zumal alsRath der Herzogin "VVittwe. Als Johann VII., dessen Erziehung Myliusüberwacht hatte, 1587 die Regierung übernahm, musste er, wenn auchungern, das Kanzleiamt übernehmen, wurde auch 1588, als Johann dieTochter Herzog Adolfs von Holstein, Sophie, heimführte, Herzogl. Hol-steinischer Rath. 1570 hatte ihn der Kaiser Maximilian 11. bei Gelegen-heit einer Gesandschaftsreise in den Adelstand erhoben, doch schrieb ersich auch ferner»My Ii u s«. Das ihm vom Kaiser verliehene "Wappen ist Seite 9Nr. 9 beschrieben, während er vordem ein anderes brauchte, das »einenaus einer "Wolke ragenden Arm darstellt, der ein auf der Erde liegendesKind segnet oder aufheben will«. Am 1. Oktober 1572 verlieh der Herzogseinem »Kammerrath« in Betrachtung seiner treuen Dienste das Dorf Gäde-behn erblich. Hier lebte Mylius, nach dem Tode des Herzogs JohannAlbrecht (12. Februar 1576), von den Staatsgeschäften zurückgezogen,bis an sein Ende, und auch seine Nachkommen besessen es bis 1687(s. Joachim Christoph von Milies). Andreas von Mylius starb dortam 30. April 1594 und ward am 30. Mai neben seiner Frau im Dom zuSchwerin beigesetzt. Er war 66 Jahre alt geworden und hatte dem Für-stenhause 45 Jahre lang mit der seltensten Auszeichnung gedient (Vgl.über sein Leben »G. C. F. Lisch, Andreas Mylius u. d. Herzog JohannAlbrecht I. von Mecklenburg. Schwerin 1853«). — Um Ostern 1551 ver-heirathete er sich mit Margarethe, der jüngsten, 1532 geborenen, Tochterdes Bürgermeisters und Rentmeisters Balthasar Rotermund in Schwerin.Seine Frau starb vor ihn, am 18. März 1592.
Andreas Mylius gab zwei wichtige meeklenburg. Geschichtswerke
heraus:
»Genealogia, der Hertzoge zu Mecklenburg erste Ankunft, 1571«,eine kritische, von den Fabeln des Marschall Thucius gesäuberte Geschichtevon Mecklenburg in deutscher Sprache, die erste der Art.
»Annales«, eine Geschichte der Zeit Johann Albrechts.
2) Peter Müller (Möller). "War Steinmetz und ging um 1560 zuseinem Bruder nach Schwerin, wo er auch starb.
3) Nikolaus Müller (Möller), nannte sich später Mylius. Er
folgte seinem Bruder nach Schwerin und wurde dort unter Rektor Daber-cusius, der 1553 von Meissen hierher berufen wurde, Lehrer an der