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Geschichte der Familien Mylius : Genealog. - biogr. Familienchronik der Mylius aller Zeiten u. Länder
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und wurde zunächst Rector der Schule zu Ellrich, wo er neben SimonKleinschmidt wirkte, der damals noch in seiner Vaterstadt Ellrich lebte.Kurz darauf wurde er als erster Rector an der reformirten (nicht calvi-nistisch-, sondern lutherisch-reformirten) Schule des Klosters Walkenried ange-stellt, welches Amt er vom November 1557 bis zum Jahre 1584 bekleidete.Nebenbei war er von 15591584 der erste lutherische Geistliche ander Kirche zu Walkenried, nachdem man dort zum Glauben der Augs-burger Confession übergegangen war. Kr starb sanft und selig zu Walken-ried am 23. Oktober 1584. Seine Wittwe liess ihm in einer Kapelle zuWalkenried ein Denkmal mit folgender Inschrift setzen:

Conditur hie Mylitis, multos qui gnaviter annos

Praefuit hnie purae religione scholae.

Moribus humanus, bonus artibus, ore disertus

Corde pius, christi sie bene rexit oves.

(Hier ruht Mylius, der viel Jahre an hiesiger Schule

Treu, sowie lauter und rein lehrte die Religion.

Milden Wesens zugleich und tüchtig im Wissen und RedenHat er mit frommem Sinn Christi Gemeinde regiert.)

Während der Krankheit des ehrwürdigen Herrn Mylius vertratseine Stelle im Schulunterricht Basilius Michael, welcher später an dasGymnasium zu Gottingen berufen wurde. Nachdem Mylius gestorben war,wurde im Jahre 1584 sein Nachfolger Mag. Laurentius Rhodomannus,welcher später Rector der Schule zu St. Michael in Lüneburg wurde. SieheMag, Heinrich Eckstorm's Chronik von Walkenried S. 171 und 266.Leuckfeld in den Ilfelder Antiquitäten, deutsch herausgegeben, erzählt S. 195,dass der Sohn dieses Gern roder Johannes Mylius, Valentin Mylius,Pastor in Ilfeld gewesen sei. Aber dieser V alentin Mylius war vielmehr derSohn des Hohnstein'schen Hauptmanns Caspar Mylius (vergl. Kam. 7).

Er verfertigte, noch als Schüler von Michael Neander, einegriechische Uebersetzung von Luthers kleinem Catechismus, die von diesemmit lateinischen Erklärungen und einer ausführlichen an die Schüler ge-richteten Vorrede versehen mehrmals im Druck erschien und in Basel herauskam.

Mag. Georg Lizelius in seiner Geschichte der griechischen Dich-ter Deutschlands S. 114 hat diese griechische Uebersetzung des Luther'sehenCatechismus irrthümlich dem Johannes Mylius aus Liebenrode, vonwelchem auf Seite 1720 die Rede ist, zugeschrieben. Sie gehört vielmehrzu den Schriften des Johannes Mylius aus Gernrode und Lizelius hatdiese beiden Johannes Mylius verwechselt. Die von diesem Myliusherausgegebenen und von Joli. Oporinus in Basel gedruckten: Loci com-munes formularum graetarum ex Isocrate (Hauptstellen aus den griechischenSchriften des lsocratcs) empfiehlt Michael Neander in der Descriptio orbisterrae (Beschreibung des Erdkreises), in Leipzig im Jahrel597 in 811 ge-druckt, Theil I S. 188, der studirenden Jugend.

3) Sebastian, geb. in Gernrode. Er wurde als Sebastian Myliusa m 1. Juli 1560 an der Universität Wittenberg immatrikulirt und war1587 Pfarrer in Unterrissdorf und Wormsleben b. Eisleben, welches Amter wahrscheinlich bis 1615 inne hatte.

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