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von Kitlitz, eine Baronesse aus Schlesien, und stellte fest, dass ein Um-stossen dieser legitimen Wahl nach der heiligen Schrift mit gutem Gewissennicht geschehen könne.
Im Jahre 1555 wurde die öffentliche Visitation aller Kirchen, welchezur Abtei Gernrode gehörten, durch den Bischof (Superintendent) HerrnStephan Mvlius abgehalten, welcher in Gegenwart des Präfecten der Gernro-der Abtei Heinrich Wedelstorf die Prüfung vollzog (siehe ebendaselbstS. 455). Im Jahre 1 558, am 28. Juli, erwählte derselbe Stephanus Myliusmit den anderen Gernroder Kapitelherren als Aebtissin XXIII Elisabeth,Gräfin von Gleichen.
Dieser Elisabeth, welche am 19. December 1564 in der AbteiGernrode starb, hielt der hochwürdige Stephanus Mylius die Leichen-rede, welche bei Vielen auf Widerspruch stiess, weil er unter Berufung aufden Ausspruch eines Kirchenlehrers: »Wehe dem Lande, dessen Regent einKind ist« das Prauenregiment verurtheilte und dieses aus dem Buche derKönige demonstrirte (siehe ebendaselbst S. 458).
Im Jahre 1565, am 8. Januar, erwählte dieser Stephanus Myliusmit den anderen genannten Kapitelherren von Geinrode (siehe ebendaselbstS. 459)als AebtissinXXIV des Gernroder Kapitels Elisabeth von Anhalt.
Nach diesem Jahre 1565 wird Stephanus Mylius und auch derfolgende Nathanael Mylius, ein Sohn des Stephanus Mylius, inHoppenrods Gernroder Annalen nicht weiter erwähnt, obgleich dieselbenbis zum Jahre 1570 fortgeführt sind. — Von seiner Prau Agnes hatteer, wie oben bereits eiwähnt, drei Söhne und drei Töchter.
B Kinder von Stephan Mylius oder Molitor. (1)
2 1) Nathanael Mylius, als Nathanael Müller am 5. Mai 1551in Wittenberg immatrikulirt. Diaconus und zugleich Rector der Kloster-schule zu Gernrode im Herzogthum Anhalt vom Jahre 1561 an. Er warim Gernroder Diaconat der Nachfolger des Gerhard von Bruchhausen,welcher im Jahre 1561 als Pfarrer nach Nachterstedt versetzt wurde, undrnuss im Jahre 1570 noch gelebt haben, denn es finden sich BallenstädterActen, welche gegen die Gernroder Aebtissin Elisabeth von Anhalt ge-richtet und von Nathanael Mylius eigenhändig unterschrieben sind.Siehe Hoppenrods Annalen im II. Theil von Meibom's deutscher GeschichteS. 458 u. 465. — Eine lateinische Grabschrift für die Gernroder AebtissinElisabeth von Wida, welche 52 Jahre alt, am 11. April 1532 verstor-ben ist, soll von diesem Nathanael Mylius verfasst sein (?) und bestehtaus lateinischen Distichen. Siehe ebendaselbst S. 450.
3 2) Johannes Mylius, geb. 1533 in Gernrode a. Harz. Magister.Er war ein Schüler des berühmten Rectois Michael Neander in Ilfeldund wird von seinem Lehrer in dessen Descriptio orbis terrae (Beschrei-bung des Erdkreises Theil I. S. 188, Leipziger Ausgabe vom Jahre 1597),so wie auch von Hamelmann in der Geschichte der Reformation in derGrafschaft Hohnstein, in dessen genealogischen historischen Werken S. 804lobend erwähnt. Er studirte in Wittenberg (immatrikulirt den 5. Juni 1555)