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Geschichte der Familien Mylius : Genealog. - biogr. Familienchronik der Mylius aller Zeiten u. Länder
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auf die öffentliche Schule kam, wo dann der Fleiss des Mylius erst rechtanfing, damit ihn nicht sein Kamerad [strich in den scholastischen Studienüberflügele. Bei seinen Arbeiten wollte er immer seinen Willen haben, undwenn sein Vater ihm seinen Willen liess, so war an seinem Fleisse nichtsauszusetzen.

Für die Poesie hatte er früh eine grosse Vorliebe, doch wurde er,so sehr er auch danach Verlangen trug, von seinem Vater wenig in poe-tischen Studien unterrichtet. Sein Vater liebte die Gärtnerei sehr und besassselbst ein vorzüglich gepflegtes Gärtchen mit einer grossen Zahl von Blumenar-ten, über deren nicht geringe Menge er eine genaue gärtnermässige Kennt-niss besass.

Um Ostern 1739 ging er auf die Schule zu Kamenz und wurdesogleich in die erste Klasse aufgenommen. Seine Lehrer waren: RektorMagister Job. Gottfried Heinitz, der 1750 Rektor in Lübau in der Ober-lausitz war, und Conrektor Magister Joh. Martin Glatte.

Im April 1742 begab er sich von der Kamenzer Schule auf dieUniversität Leipzig, nachdem er seinen Vater auf dem Totenbett verlassen.Als er vier Wochen dort war, erhielt er die Nachricht von dem Todeseines lieben Vaters, eine Nachricht, die für ihn um so trauriger war, alssein Vater ihm wenig zur Fortsetzung seiner Studien hinterliess. Durchein glückliches Geschick erhielt er jedoch nicht lange nach seiner Ankunftin Leipzig 75 Thaler aus dem Sylverstein'schen Stipendium, das einigeLeipziger Studenten zu erhalten pflegten. Dann erhielt er auch vier Jahrelang das Königl. Prokuratur-Stipendium und zwar jährlich 30 MeissnerGulden, auch wurde ihm drei Jahr lang die Benutzung des Leipziger Con-victs ohne Bezahlung zugestanden. Aber alle diese Wohlthaten sind geringanzuschlagen im Hinblick auf die an der Universität Leipzig trotz dergrössten Sparsamkeit nöthigen Ausgaben. Hätte daher dieser fleissige LeipzigerStudent sich nicht durch seine deutschen Gedichte, durch Herausgabe ver-schiedener Schriften und durch mathematische Stunden, die er den anderenStudenten gab, die übrigen nöthigen Mittel verschafft, so hätte er einenhinlänglichen Unterhalt für sich nicht erlangen können.

Auf der Universität Leipzig widmete er sich hauptsächlich medi-cinischen Studien und besuchte zu diesem Zweck die Vorlesungen vonHofrath Walther, Dr. Hebenstreit, Dr. Giintzund vorzugsweise von Dr.Ludwig (diesem schuldete er, wie er bekennt, sein ganzes Leben lang eineganz besondere Verehrung, ebenso wie er ihm fast alle Kenntnisse in derMedicin nach eigener Angabe verdankt). Am meisten .wurde von ihm diePhysik und die mit ihr eng verknüpfte Astrologie, sowie die Naturwissen-schaft gepflegt. Zeit seines Lebens war er, wie er gesteht, dem berühm-ten Leipziger Professor Kästner*), von dem er auch hauptsächlich dienaturwissenschaftlichen Kenntnisse erhielt, dankbar, dass er ihn so tüchtigin der Mathematik unterwiesen hatte. Dieser Professor Kästner hatteMylius gleich anfangs mit Wohlwollen behandelt und ihn auch späterseiner Freundschaft gewürdigt. Mit ihm brachte er halbe Sommertage damitzu, das Feld zu durchstreifen, um Insekten, Pflanzen und Steine zu

*) Derselbe, der später eine kurze Gedächtnissschrift über Christlob My lius herausgab.