5) Daniel, geb den 17. Oktober 1599 in Grünstädtel bei Schwar-zenberg. Zwei Jahre lang besuchte er die Schale zu Braunschweig, fünf Jahredie zu Eisleben, drei Jahre die zu Halle und schliesslich drei Jahre dieUniversität Jena, wo er 1633 unter Vorsitz von Dr. Johann Himmel eineantipapistische Disputation »De praedestinatione et reprobatione;< abhielt. —Im Jahre 1636, am 20. Mai, wurde ihm das Pastorat in Nerkewitz bei Jenaübertragen, das er bis zum Jahre 1665 treu verwaltete. Wegen der Wir-ren des 30jährigen Krieges, der damals in der Nachbarschaft von Jenaheftig wüthete, konnte Daniel Mylius selten sein Pastorat in Nerkewitzausüben; er nahm vielmehr von 1638—1642 hauptsächlich in Jena, von1642—1.650 in Dornburg seinen Aufenthalt mit seiner Familie, und dieNerkewitzer Gemeinde, sowie die Mitglieder der anderen zu jener Zeitetwa dazu gehörenden Gemeinden begaben sich vielleicht an festgesetztenTagen nach Jena oder Dornburg zum Gottesdienst, um dort von ihremPfarrer in Privathäusern oder in der Jenaer oder Dornburger Kirche GottesWort zu hören; oder aber ihr Pfarrer begab sich bisweilen heimlich vonJena und Dornburg nach Nerkewitz, um seinen Zuhörern mitten in denWirren des 30jährigen Krieges Gottes Wort zu verkünden. Durch diesenWohnsitz Wechsel geschah es, dass seine ersten fünf Kinder nicht in Nerke-witz, seinem Amtssitz, sondern zum Theil in Jena, zum Tlieil in Dornburggeboren wurden. Im Jahre 1670 starb er und wurde am 17. Novemberin seinem 72. Jahre, zu Nerkewitz bestattet. Er war in der lateinischenDichtkunst nicht ungeschickt und konnte in eleganten lateinischen Versenbei gegebener Gelegenheit dichten. — Er war zweimal verheirathet. DerName seiner ersten Frau ist dem Verfasser unbekannt. Seine zweite Frauwar Margarethe, Unterlassene Wittwe Johann Heinrich Schuberts,Pastors in Wohlsborn, mit der er sich am 20. November 1654, jedenfallsin Nerkewitz, verheirathete. Diese zweite Ehe blieb kinderlos.
6) Christoph, geb. den 8. November 1603 in Grünstädtel. Im Altervon 17 Jahren besuchte er die Stadtschule in Weimar, wo sein ältesterBruder damals Ftirstl. Geheimer Sekretär war, ging dann nach Olmütz zuseinem Vetter Christoph von Solchah, der ihm jährlich 50 Gulden zumStudium bewilligte, und besuchte darauf die Schulen in Breslau und, daes ihm dort nicht gefiel, in Görlitz, wo er zwei Jahr lang blieb. Die Kriegszeitenjedoch und die Theuerung zwangen ihn nach Hause zurückzukehren, wo erauch seinen Bruder Daniel, damals noch Student der Theologie, antraf,um seine Mutter zu unterstützen, der der Krieg alle Mittel zum Unterhaltgeraubt hatte. So liess er denn die Studien fahren und begann auf denRath seiner Mutter einen Handel mit weissen Spitzen. Als er jedoch seine Waarender Wirren des Krieges wegen 1624 auf der Leipziger Messe nicht ver-kaufen konnte und er sich, um seine Spitzen in Geld umzusetzen, nachHessen begab, wo damals die gewaltsamen Werbungen nicht ungewöhnlichwaren, wurde er bei Kassel von dem Hauptmann Hans Jakob Stöckeraufgegriffen und muste 12 volle Monate unter dem Lippischen Regimentdienen. Seine Spitzen sollte er, wie ihm versprochen war, bei der Ent-lassung wiedererhalten, doch waren dieselben natürlich nicht mehr zufinden, so dass er mit leeren Händen wieder nach Hause und zu seiner