Die Ureltern und das Pfarrhaus zu Meitzeudorf. H3
wiederfähret / zuschreibet. Wer seinem verstände / Fleiße / Geschicklichkeit /dem Glücke / und ich weiß nicht welcherlei Umständen / das Gute / das ergcniesset / zueignet / der lobet GGtt nicht / sondern ranbet das ihm gehörigeLob / sündiget wider das erste und andere Gebot / begehet eine Abgötterei/und entheiliget den Nahmen GGttes.
Gelobet wird der HErr / wenn man so redet und thut / daß es ihmzu Ehren gereichet. Esra schreibets dem HErrn, seinem Gott allein / undnicht seiner guten Llcmclnits / oder andern Umständen zu / daß der König^rtlmsnstn (oder ^.rtnxerxes, der wegen einer langen Hand KonFimnnusznbenahmet worden) sich des jüdischen volckes so annahm / und sich soangelegen sein ließ / daß Jerusalem wieder gebanet und der GGttes-Dienstwieder angerichtet würde. Davon redet er also und will so thun / daßes dein HErrn zu Ehren gereiche. Er saget: Der HErr hats demKönige eingegeben, Der Könige Hertzen sind für andern inder Hand des HErrn / Sprichwört. 2j, s. und sonderlich was sie Gutesthun und fürnehmen hat der HErr ihnen eingegeben / und das ist ihnendie grösseste Ehre. Nahm es der Tyrann llnmsrlnn ungnädig als jemandvon seinen Bedienten fragte / warum er so gransam mit denen Leutennmgienge? und gab mit Schnauben zur Antwort: Du ms bominem esssnrbitrnrls? knlleris: ira Oei sum. Meinest du, ich sei ein Mensch? du irrest/GGttes Zorn bin ich. Sagte Ditus Vsspnsinnns / er habe Jerusalem nichtverwüstet / sondern nur dein erzürnten GGtt seine Hände geliehen; wievielmehr können christliche Könige und Herren / die was Gutes thun / sichrühmen / der HErr / ihr GGtt / habe es ihnen eingegeben und zürnen mitallein Recht wider diejenigen so das Gute vornehmen für natürliche Ein-fälle und Gedancken halten.
Zuweilen thun sie etwas / das sie hernach selbst nicht für gut halten /und wundern sich daß sie es gethan haben / GGtt aber hats durch sie ge-schehen lassen / ans gerechten und heiligen Ursachen. Darum soll man vondem Thun der Gesalbten des HErrn nicht verwegen urtheilen: damit mannicht GGtt selbst meistere. Könige und Fürsten aber thun wohl / wenn sieihre Hertzen dem Herrn so ergeben / daß Er ihnen was gutes eingebenkönne und sie also Gefässe seiner Barmhcrtzigkeit und Werckzeuge seinerGnaden sind; wohin Bitte / Gebet / Fürbitte und Dancksagung der Unter-thanen ohn unterlaß gehen soll und muß. (I. Thun. 2, H 2.)
Wenn nun Meitzendorff diesen Tag recht begehen und GGTT überalle Dinge loben will, so schicket ein jeder sein Hertz zu suchen das Wortdes HErrn und zu thun Gebot und Rechte. Gesetz und Evangelium istja GGtt Lob! reichlich unter uns / und es sind wenige / die es nicht inHänden haben / man kans auch genug hören. Zst es nun denen Hertzenein rechter Ernst / zu suchen in der Schrifft / die Predigt Göttlichen Wortszu lernen und zu thun; so werden hier viele Schrifstgelehrte seyn / zum