Würde die vielbesprochene Urkunde Kaiser Konrads III.vom 31. März 1138 1 ) unzweifelhaft acht sein, dann wäre jeneFamilie die der Hohenlohe gewesen — in mehr als einerBeziehung die einfachste Lösung des Räthsels, das über derHerkunft des preussischen Königshauses schwebt, da wirsehen werden, dass die Herleitung auch der NürnbergerBurggrafen des 13. Jahrhunderts von einer fränkischen Fa-milie, wie die Hohenlohe sind, näher liegt, als die von einerentfernten schwäbischen. Aber die genannte Urkunde istaus mehrfachen Gründen stark verdächtig. 2 ) Vielleicht lässtsich — was ja auch Wendrinsky thut — eine theilweiseÄchtheit derselben annehmen, insofern nämlich die Namender handelnden Personen und etwa auch der geschilderteVorgang der Wirklichkeit entsprechen — für eine Fälschungliegt ja auch kein Grund vor — und nur das Datum, dasnamentlich nicht zu dem als Erzkanzler erwähnten Heinrichpasst, eine spätere, willkürliche Zuthat ist. Wir würdendann einen Burggrafen Gottfried und neben demselben aussereiner Tochter, der Äbtissin Bertha von Kitzingen, vier Söhne,mit Namen: Gottfried, Ulrich, Albert und Konrad haben.Ein oder wahrscheinlich zwei Gottfriede sowie ein Konradsind, wie wir gesehen haben, von 1x38—1190 als Burggrafenvon Nürnberg urkundlich beglaubigt; ebenso stehen für diezweite Hälfte des 12. Jahrhunderts zwei Brüder Konrad undAlbrecht von Hohenlohe sicher. 3 )
Von 1192—1200 begegnet uns ein Burggraf Friedrichvon Nürnberg, derselbe, der in der Schenkungsurkunde fürKloster Zwettl vom Jahre 1204 als angeblicher Gemahl derGräfin Sophia von Retz genannt wird. Dieser Burggraf
') Abgedr. Beil. I.
2 ) Vergl. dar. Wendrinsky, ,Die Grafen von Raabs', in Mittheil,d. Ver. f. Landesk. v. N.-Österreich XII. S. 185.
3 ) Stälin II. S. 551.