Druckschrift 
3 (1907)
Entstehung
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119
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II- Gedenkblatt

zur Feier der 150. Wiederkehr des Hochzeitstages von Heinrich Adam Buff, Deutsch-Grdens-Amtmann, und Magdalena Ernestine Feyler zu Wetzlar

am 6. September ^

Nach Urkunden und handschriftlichen Aufzeichnungen aus dem Nachlasse des bekannten Goetheforschers IM G. h. Ottovolger (f 18. Oktober 1897 zu Sulzbach ain Taunus), zusammengestellt von dessen Tochter.")

Am 6. September des Jahres 1750 ward Heinrich Adam Buff, 2°) der Vater von „IvcrthersLotte," der Zeit „Tastnerey Verwalter des teutschen Hauses zu Wetzlar," der dritte Sohn von ChristophBuff, „bestelltem Pfarrer des Deutschen Ordens zu Steinbach auch Schiffenberg," mit MagdalenaErnestine Feyler, Tochter des Hessen-Darmstädtischen Majors Feyler zu Metzlar, zu Schiffenbcrg durchseinen Vater copulirt.

Dieser Vorgang, welcher auf die innigsten Beziehungen in der Familie des späteren Amtmannesschließen läßt, crgiebt sich aus zwei amtlichen Zuschriften des Tonfistoriums zu Gießen cl. cl. 6. October1750 und 14. May 1751 „An Pfarrer Buff zu Steinbach," die wie folgt lauten:

„Unfern günstigen Gruß zuvor,

Würdiger guter Freund!

Nachdem uns die beglaubte Anzeige beschehcn, wasmaßen von Euch Euer ältester Sohnder Tcutsche hauß Verwalter zu Wetzlar mit des Fürst!. Lapiwine Feylers Tochter daselbst voreinig Wochen auf dem Haus Schiffenberg ohne vorher gegangene ordnungsmäßige proclamationund erhaltene obrigkeitl. Toncession ehelich copulirt worden, So befehlen in des Durch!, unseresgnädigsten Fürsten und Herrn Nahmen wir hiermit, von uns günstig gesinnende, daß uns Ihr dcs-falß Euren umbstandl. Bericht mit Vermeidung des gantzen Vorgangs und Verantwortung aufEure pastoral-pflichte erstattet, und allfordersamst anhero einsendet. Versehens uns, und seynd euchgünstig geneigt.

Gießen, d. 6. Oct. 1750.

Fürst!. Hess. Geheimder Rath und Lonsistorii Oirecwr auchübrige darzu verordnete Geist- und Weltl. Richter u. Räthe dess.

I. F. Aayser. M. Schwarzenau."

(Zusammengefalteter Folio-Bogen, mit hessischem Tanzlei-Siegel geschlossen, auf der vierten Seite dieAufschrift: „Dein würdigen unßerm guten Freund . . . Buff, Fürstl. Hess. Pfarrer zu Steinbach.")

Unter obiger Ortsangabe findet sich von der Hand des Pfarrers der vermerk: „prs, d. 8. 7.9. Bd." Die Antwort liegt nicht vor, wohl aber der auf dieselbe ergangene Bescheid „An Pfarrer Buffzu Steinbach":

") Das Datum entnehmen wir einem Briefwechsel vr. volgers mit dem 1872 verstorbenen Frankfurter LehrerGg. Mandel, welcher s. Z. dem Freien deutschen hochstifte ein Kapital zur Unterstützung der Goetheforschung schenkteund Persönlich im Jahre 1871 den Ankauf verschiedener Werther-Lotte-Andeukcn betrieb, die ein Enkel des AmtmannsBuff in Wetzlar vor seiner Auswanderung nach Amerika in Mainz feil hielt. Die betreffenden Gegenstände befinden sich inden Lammlungen des F. d. h.

") Frl. Agnes volger, die würdige Tochter des verdienstvollen Vaters, starb zu Frankfurt a. M. 19. Juni 1305.Dieses Gedcnkblatt erschien im hannov. Unterhaltungsblatt Nr. 36 (9. September i960), der Beilage zum hannoversche»Tageblatt. (Aum. d. Verfassers.)

2°) Der Amtmann des Deutschen Ordens zn Wetzlar, welchen die Welt gewöhnlich nur als „Vater von wcrthcrsLotte" kennt, bietet ein so lebendiges Bild eines biederen deutschen Bürgers aus dein 18. Jahrhundert, daß ohne Zweifelauch Nicht-Goctheforscher dessen Schicksale mit warmer Anteilnahme begleiten werden.

'"") S. Bcstalluugsurkunde vom 11. Oktober 1795.