Druckschrift 
3 (1907)
Entstehung
Seite
118
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ihnen hatte ich das umwälzende Jahr 1866 zusammen verlebt, Sie waren erschüttert, hatten sichgefunden, hatten Einquartierung und Fremde mit Güte und Interesse kommen und gehen sehen undwaren dieselben geblieben, nur daß auch diese preußischen Krieger sich ihren Verehrern zugesellten.

Die erhebende Zeit 1876/71 machte ihnen nicht den gleichen Gindruck wie uns. Sie hatten ja55 Jahre früher schon einmal die Franzosen kennen gelernt, und neben der Sorge um den Ausfall desRiesenkampfes kam die Sorge um den Enkel, der mit hinauszog. And diese Sorge lastete schwer ausihnen, trübte ihren Sinn und zehrte an ihrer Kraft. Der Sommer ging dahin und die großen Siegekamen, der A)interfeldzug begann. Rührend sind die Beweise und zahlreich ihrer Liebe und Treuewährend der ganzen Zeit. Sendungen an Nahrungsmitteln und Geld folgten sich ohne Ende und Zahl;und doch klingt jetzt zum erstenmal durch ihre Briefe die Sorge: Wenn ich noch lebe dann, und ob ichnoch lebe.

Sic lebten noch bis zum glorreichen Ende, aber nicht so lange, daß sie den Heimkehrendenempfangen konnten.

Ruhig und ohne Krankheit entschlief der teure Großvater am 31. Januar 1871 und an:9, Februar folgte ihm die Gattin.

Sie hatten ihr schönes Leben ausgelebt und traten hinüber in die Ewigkeit, ohne Kampf, ohneSchmerz, nicht getrennt, sondern vereint, wie es der Wunsch ihrer Herzen war. Erst vierzehn Tage später,als nach dem Siege von Le Alans die kriegerischen Ereignisse dem Ende sich zuneigten, erhielt ich dieKunde ihres Scheidens. Sie ließen eine tiefe Lücke trotz ihres hohen Alters zurück, und viele vereintensich mit der Familie in des großen Dichters Worten: „Sie waren unser," so der berechtigten Trauer denwürdigsten Ausdruck leihend. Anvergessen für die, so sie kannten und liebten, schlummern sie in ihremErbbegräbnis auf dem Kirchhof am Engesohderberge, Das edle Alenschenpaar nahm seinen Namen mithinab, der mit der Tochter als der letzten ihres Stammes in Hannover erlosch.

And als diese Teure zu den Eltern gestellt wurde im Sarge, war es mir eine Freude, an dieStätte provisorischer Leichensteine das Erbbegräbnis stellen zu dürfen, das einst sich der Großvater selbsterbaut hatte auf dem Gartenkirchhof, bevor die Stadt diesen schloß.