gesucht und gefunden hatte. Die Vergangenheit schloß ab, die Zukunft war leer, welch ein Wandel imWechsel der Zeiten, als wir 1849 bei Kapolna und liomorn siegend attakierten und seht vernichtet durchdie Kugeln der feindlichen Schützen! Er langte auf seinem treuen Pferde") Lismore, durch die Elbeschwimmend, beim Sammelplatz des Regiments in polic an. Dort ralliicrten sich die Trümmer dereinst so stolzen Geschwader.
Die weitere Teilnahme am Kampfe war nicht nennenswert, zumal ein rascher Friede den Krieg
beendete.
In der ersten niedergedrückten Stimmung nach dem verlorenen Kriege, die Zukunft seiner Waffeals aussichtslos betrachtend, waren die Reduktion der Armee und ungünstige Avancementsverhältnisscschließlich nur die äußere Veranlassung, daß K. Lippert den Abschied erbat. So schied der Rittmeisterund Eskadronskommandant vielleicht zu früh als Major mit dein Militärverdienstkreuz mit der Kriegs-dekoration aus der Armee, der sein Herz gehört hatte. Er") lebte in Linz und dann in Frank-furt a. Man,, wo er am 13. November 1902 seine Tage beschloß.
Seine Schwester Marie hatte sich in, Jahre 1853 mit den, Kaufmann zu Frankfurt a. MainFriedrich Leykauff vermählt.
Diese Beziehungen nach Frankfurt, zu den verwandten in, Elsaß und der Schweiz, waren denGroßeltern oft Veranlassung, Reisen in jene Gegenden zu unternehmen. Ihre Frische und Beweglichkeithat beide aus den, trauten Pein, in Pannover oft zu Reisen geführt. Kamen dann in später» Jahrenfür den Großvater die Verpflichtung hinzu, das Bad Eins aufzusuchen seiner Gesundheit wegen, für dieGroßmutter Reisen nach Karlsbad, so haben beide doch nur ihrer Gesundheit genützt. Denn noch von,29. Zum des Jahres 1869 her fand ich in, Fremdenbuche des Deutschordenshaufes zu Wetzlar den Sohnder Lotte, Geh. Kanin,errat Keftner aus Pannover mit Frau und Sohn verzeichnet, als ich, der Urenkel,im Zahre 1904 diese Stätte besuchte.
Dieser Sohn, Or. med. permann Kestner, gelangte auch durch die Familienbeziehungen jNach-kommen der Brüder seines Vaters lebten in Thann und Neuchätel, die Schwester des Vaters, Eharlotte,in Basel) nach dem Elsaß und nahm seinen Wohnsitz in Mülhausen. Er vermählte sich mit einerElsässerin, Fanny Köchlin. Die Entfernung von Pannover erschwerte, bei aller Reiselust der Alten undZungen, naturgemäß den Verkehr. So war es ganz natürlich, daß für unsere Großeltern das leichterreichbare Meinersen, das kinderreiche paus der Tochter, erhöhte Anziehungskraft gewann, wie wirin, großelterlichen pause zu pannovcr willkommene Gäste waren, so führte der Sonnner die Teuer,,
muß es sich trennen — hier ein Häuflein Tapferer, und dort, umringt vom Gegner, ein zweites, und dennoch brechen siedurch, wo immer es geht, durch Säbel, Piken und Bajonnctte.
Alles ist im Streite, Mann an Mann. Noch flattert hoch die Standarte, ja, das Banner der Brandenburger istbereits zwei Kürassieren zur Beute geworden — aber von ihren Rossen sinken Beide blutend, sie mühen ihre kostbare Beutelassen. Ls geht ums Leben! General und Oberst sind im dichtesten Schlachtgewoge — schwer verwundet trägt manAlfred Windisch-Graetz zurück zum Verbandsplätze .... Endlich löst sich der Knäuel, die brandenburgischen Lanzcnreiterselbst ziehen sich aus dem Kreuzfeuer ihrer Kameraden, bei der teuern Standarte ralliieren sich, von den „schwarzen"Brüdern des 2. Regiments gestützt, die Trümmer der 8. Kürassiere. 200 sind übrig von den 580 Reitern, welche dieBlutarbcit des Tages begonnen haben, 23 von 28 Offizieren sitzen nicht mehr im Sattel, 3 sind tot, 20 verwundet, dazu269 Mann und 363 Pferde — so viel Opfer hat kein Reiterregiment der Armee zu beklagen, der Rest aber zieht, nach voll-brachter Pflicht, ernst und ehern ab, Schritt für Schritt, Ehrfurcht gebietend dem Leinde, ein Schutzwall den gebrochenenBataillonen ....
Das war der Reiterkampf bei Stresetitz; so endete das Drama, dem des Malers Kunst die bewegteste Szeneentnommen. Er hat sie als Meister getroffen; der Geist jener Eisenreiter flammt in den Männern seines Bildes, und denPinsel lenkte ihm das Herz, nicht des Künstlers Herz allein, auch das des alten Reiters. Und es war wohlgetan, daß erfestgehalten hat, was jene Krieger am Tage des Unheils an Ehre erworben: sein Bild wird es der Gegenwart undkommenden Geschlechtern sagen, daß die Kürassiere von Dampierre auch damals blieben, was sie in denkwürdiger Stundewaren, die treuen und eisernen Reiter ihres Kaisers.
") Die Diener mit den Handxferden gingen beim Rückzug zugrunde. Nie hat er wieder von ihnen gehört.
") Außer dem Iugendbilde dieses Buches, findet sich ein sehr gutes Bild als Major in Bd. 12 des genealogischenHandbuches bürgert. Familien.