Druckschrift 
3 (1907)
Entstehung
Seite
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seine Mutter Enkel des Siegers von Tustozza und jetzt kommandierender General des XI, Armeekorpsin Kassel.

Wieder in der Garnison erfuhr ich endlich vom IX, Korps, daß der Oberstleutnant von Tzettritzden Abschied zum 1. November einreichen würde. Ich konnte also nun die Maske fallen lassen und trugmeine Bitte um Anstellung als Kommandeur des Landwehrbezirks Lübeck den für mich maßgebendenStellen vor. Auf das wärmste empfohlen und aus das energischste unterstützt durch den General vonLangenbeck wurde ich am 22. November angestellt, vorher hatte ich allerdings noch acht Ivochen derSpannung und des Erwartens durchzumachen. Diese waren ausgefüllt mit einer vierwöchentlichen Ver-tretung des Regiments-Kommandeurs, so daß scherzhafterweise manche mich direkt angehende Berichte undVorschläge durch meine Hände gingen, mit der Neueinstellung meiner letzten Rekruten, denen ich dieAntrittsrede halten konnte, und Besichtigung der spioniere, schließlich acht Tage noch vor meinem Ausscheiden durch einen Übungsritt, den ich zu leiten hatte, von Rossen und Reisigen zu scheiden aus derzwar mühevollen aber erfrischenden Front ist nicht leicht. Wir hatten uns gut eingelebt in Stettin, dienst-lich und außerdienstlich war es mir gut gegangen, es ist mir schwer geworden, meinem vortrefflichen,bewährten Bataillon Lebewohl zu sagen. Da aber die Gründe meines Entschlusses doch ernste wohl-bedachte waren, da es nur gelang eine Stellung zu bekommen nahe unfern Beziehungen, in den Land-schaften, in welchen die Geschichte unserer Familie sich seit Jahrhunderten abspielt, so bedeutete dieserSchritt doch auch eine Rückkehr in die Heimat, ein Aufgeben des militärischen Wanderlebens, einen Ent-schluß, auch gesaßt im Interesse der Weinen, Das Schwere wurde überwunden, und mit Dankbarkeit füralles Gute, das ich in 36 Dienstjahren gefunden, verabschiedete ich mich am 24. November von meinemBataillon und den Kameraden. Am 25. November 1966 abends zog ich ein in die freie Reichsstadt,zwar nicht zu frohein Waffenspiele, aber doch zu einer Tätigkeit, die der Armee nutzbringend und invieler Hinsicht verantwortungsreich ist.

Lübeck war mir nicht unbekannt. Im Jahre 1875 machte ich von ploen aus der alten inter-essanten Stadt meinen ersten Besuch, Im Laufe der Jahre fand sich immer wieder Gelegenheit, dorthinzu kommen, z, B. 1891 gelegentlich des Regiments- und Brigade-Exerzierens drei Wochen lang. Auchverschiedene Bekannte aus den früheren Dienststellungen fand ich dort vor. RahtgensI°) Düring,DrewsFH in Eutin mein Freund Haupt, aus der ploener Zeit, Professor, Konservator der schleswig-holsteinischen Altertümer. Das in Lübeck stehende, neu gebildete 3. hanseatische Infanterie-RegimentNr. 162 hatte das 3. Bataillon 76. Regiments in sich aufgenommen. Auch bei diesen, Truppenteilstanden manche bekannte Offiziere aus früherer Zeit. Nachdem ich meine Geschäfte übernommen, michin Altona und Schwerin gemeldet hatte, ging ich am 12. Dezember nach Stettin zurück, um meine Familiezu holen und den Ilmzug zu bewerkstelligen. Das Wetter war unserer Unternehmung merkwürdig günstig.Es war vor allem nicht kalt und am 24. Dezember feierten wir in Lübeck in der eigenen WohnungWeihnachten, nach den allerlei Unruhen, die jeden Umzug begleiten, die aber verschiedene Nebenumstände,in den letzten Wochen, ja Ulonaten ganz besonders gesteigert und aufregend gemacht hatten. Der OrtLübeck hat erfüllt, was wir erhofften, ein angenehmer Wohnsitz in schöner Umgebung, in der Rütte unsererBeziehungen und mit freundschaftlichem Verkehr in der Stadt selbst. Ganz besonders muß ich hervorheben, außer andern Kaineraden und Bekannten aus früheren Dienststellungen, daß mein durch 36 Jahre

Diesen vortrefflichen Leuten setze ich ein Donkmal auch hier in der Familiengeschichte durch eines der letztenBilder aus meinem Feldleben. II./148. bei Gebersdorf i. j?. am Abend eines Manövertages im Kaiser-Manöver 1900,kurz vor dem Einrücken in das Bivouak.

Carl Rahtgcns, Hauptmann der Landwehr a. D. und Besitzer der großen Buchdruckerei h. G. Rahtgens inLübeck war mit mir befreundet aus gemeinsamer Dienstzeit. Leider starb der vortreffliche Mann nach schwerem Leiden zuLübeck am 19. Februar 1306, zu früh für seine Familie, zu früh für seine Freunde.

Ernst von Düring, Rittmeister a. D., Erbherr auf Nottensdorf bei Stade, starb 29. März 1304 zu Carlsfeldbei Brehna in Sachsen.

Früher Hauptmann und Kompagniechef im 2. Hans. Infanterie-Regiment Nr. 76.