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und Vorschriften, welche den Fortschritt fördern und den Errungenschaften und Erfahrungen einer fort-schreitenden Zeit entsprechen. So erhielten wir während der Stader Zeit das neue Gewehr 1889, seineEinführung vereinte eine große Zahl von Offizieren in Altona, um durch den persönlichen Vortrag vonOffizieren der Schießschule die Kenntnis der neuen Waffe unter den maßgebenden Persönlichkeiten möglichstschnell zu verbreiten. Diese angenehmen Tage sind mir in lebhafter Erinnerung. Gleicherweise machte dasneue Exerzier-Reglement vom Jahre 1889 viel Arbeit, wie die folgenden Schießvorschriften und Felddicnst-ordnungen. Der gute Einfluß dieser neuen Bestimmungen hat sich im Laufe der Jahre mehr und mehrgezeigt, die Ausbildung an ihrer Hand bewährt.
War dann die Truppe nach allen Besichtigungen als gut und vortrefflich erkannt, so brachteder Sommer zahlreiche Übungen mit der Artillerie, mit den benachbarten Garnisonen, Übungsritte,Übungsgänge, auch Fahrten mit der Eisenbahn in wechselnde fremde Gelände und schließlich am Endedes Dienstjahres Regiments- und Brigadeexerzieren und das Manöver. Fast sechs Wochen alljährlich, someistens von Anfang auch Mitte August bis Ende September verließen wir unsere kleine Garnison.Das Regimentsexerzieren und das Brigadeexerzieren mit dem Schwesterregiment 76 vereint fand meistensstatt an Zentralpunkten, Wandsbek, Ratzeburg, Mölln, bei Lübeck, Altona, TuxhavenZft Buxtehude.Die Manöver fährten uns meistens nach Mecklenburg. Diese Vereinigung zu den größeren Übungen desRegiments und der Brigade brachte eine dienstlich und kameradschaftlich sehr schöne und abwechslungsreiche Zeit mit sich. Die gut ausgebildete Kompagnie tat ihre Schuldigkeit. Der Dienst, früh beginnend,ließ den Nachmittag frei und gab Zeit wie Gelegenheit zu Ausflügen und gemeinsamen Unternehmungen.Die Manöver in Mecklenburg, in einem für diese Übungen ungemein passenden Gelände, waren aus-gezeichnet durch die große Gastfreiheit auf den Gütern, durch angenehme Quartiere in den fortgeschrittenen,hübschen wohnlichen Städten Mecklenburgs. Ich habe auch nie unterlassen, die verwandten dort aufzusuchen.Wie sehr schließlich neben dem Dienstintercsse auch die äußeren Annehmlichkeiten, schöne Gegend und guteQuartiere, die Manöverzeit dem Soldaten angenehm machen können, dies recht zu schätzen, lernten wir inden Manövern 1899 sKaiser-Manöver in Schleswig bei Düppel), 1895 in Pommern, wo vier KorpssGarde, II., III. und IX.) zu einem großen Manöver vereinigt wurden, und 1896, wo wir im IX. Korpsden Nordteil Hannovers für unsere Übungen angewiesen bekamen. Schleswig-Holstein ist durch seine Knicksnicht geeignet für eine Vereinigung großer Truppenmassen; auch die Unterbringung war in den dünnbevölkerten Teilen des Landes nicht ohne Schwierigkeit. Interessant war, daß wir die Schlacht- und Gefechts-felder von 1848 und 1864 durchschritten, die Düppelstellung sahen und stürmten und durch die Anlagedes Manövers einen Teil unserer Marine teils als Freund, teils als Feind sahen und kennen lernten.Ältere Offiziere des Regiments, die 1864 bei Düppel gekämpft und geblutet hatten, sahen nach Iahrendie Stelle ihrer Kämpfe wieder, verändert im detail, im ganzen aber erhalten. Lange Zeit hielt in seineinWagen der Feldmarschall Moltke aus der Höhe von Düppel^) in unserer Mitte. Eigenartige Gedankenzogen wohl durch die Seele des großen Mannes. Als er 1864 begann, lagen noch gewaltigeArbeiten für sein Genie vor ihm. Nun nach 26 Iahren, am Abend seines Lebens, im Wagen, war erZeuge, wie die Truppen unter dein jugendlichen Kriegsherrn sich übten, erfüllt von dem Streben, Guteszu leisten und sich das zu erhalten, was einst ihre Väter zu nie versagenden Werkzeugen machte desgroßen Schlachtenlenkers. Nachdem ich im Mai 1895 das Bataillon für den beim Reiten sehr schwerverletzten Bataillons-Kommandeur vorgestellt hatte, führte uns ein Kaiser-Manöver mit besonders starkenTruppenmassen und unter Entfaltung großen militärischen Aufwandes nach Pommern. Während wir1890 Kaiser-Parade gehabt hatten, hatte 1895 nur das II. Armeekorps Parade. Wir trafen über
Dort hatten wir im herbst 1892 eine Angriffsübung zusammen mit dem Fußartillerie-Regiment General-Fcldzeugmeister aus Mainz.
2°) Als ich im Juli 1906 von Glücksburg aus Düppel besuchte, fand ich die Gegend sehr verändert, vor allein aufder Seite am Ivenningbund. Schanzen, die wir noch 1890 verteidigt hatten gegen die landende Marine, waren ganz verfallenoder verschwunden und mit Gras überwachsen, hat doch die Düppelstellung, die in der Geschichte Dänemarks eine Rollespielte, keine Bedeutung mehr.