lange in denselben Händen war. Der alte Rompagnie-Thef will nicht mehr mit neuen Elementen an-fangen, hält die alten fest und denkt: Für mich reichen sie aus. Da mußte ich Wandel schaffen. Einigeder alten gingen gleich, neue erhielt ich durch meine Beziehungen in der Armee, vor allein aus den, Osten,aus Pommern, aus Halle von meinen: Freunde Dyckhoff, auch einige aus der Unteroffizierschule in: Laufeder Jahre. Bor allen diese waren recht gut. Sonderbarerweise konnte nur Linsingen von der Garde,er stand damals als Rompagnie-Thef im 4. Garde-Regiment, nichts besorgen. Sie hat ja sonst Uberflußan guten Leuten, die gern kapitulieren. Von einigen: Wechsel abgesehen, hat das Untcroffizicrkorps in:Laufe der Jahre seine Schuldigkeit getan, mich sehr unterstützt. Ich habe z. B. vier Feldwebel nach-einander gehabt, die alle vorzüglich waren sUrbanski, Henning, Lincke, Fischer). Der letzte war ausmeinen: ersten Rekrutenersatz. Die Offiziere wechselten in: Lause der Jahre und habe ich fast alle Jahreneue junge Leutnants gehabt. Die Regiments-Rommandeure waren wohl der Ansicht, daß in: regen Dienst-bctriebe bei 9./75 für den jungen Offizier allerlei zu lernen war. Wir hatten die alten Rasernen ausder schwedischen Zeit inne, nicht glänzend, aber ausreichend, besaßen aber kein Exerzierhaus. Recht un-angenehm für unser Uliina, dafür waren jeder Uompagnic alte Holzschuppen überwiesen, einst gebaut fürdie französischen Gefangenen aus den: Exerzierplatz. Später, als die Abteilung des 9. Feld-Artillerie-Regiments, die mit den: Bataillon 25 Jahre zusammen in Stade gestanden hatte, zu unfern: großenBedauern nach Itzehoe verlegt war, erhielten: wir auch die Ställe, die Reitbahn zur Benutzung in: Winter.So ging die Ausbildung ihren Gang, wenn auch die glänzenden schönen Uasernen und Exerzierhäuser inBremen und Harburg innner mit einen: gewissen Neide von uns angesehen wurden. Aber in jederandern Beziehung war Stade dienstlich ideal. Jede Uompagnie hatte ihren Scheibenstand. Diese sowieder Exerzierplatz lagen wenige Almuten vor der Stadt und die ganze Umgebung des kleinen freundlichenStädtchens bot uns das herrlichste, wechselvollste Gelände, Heiden und Brache, Höhen, Täler und Wald-parzellen. Nur das Silberband der Schwinge teilte für größere Unternehmungen in störender Weise dieseunsere herrlichen Dienst- und Ubungsgründe. So lag denn ein großer Reiz für mich darin, dieses allesder Ausbildung meiner Rompagnie zunutze zu machen. Fleiß wird nicht innner belohnt. Ich habeaber das Glück gehabt, daß der Fleiß belohnt wurde. In allen Dienstzweigen gut, war meine Uompagnieschon in: Jahre 1899 in: Schießen die beste des Armeekorps. Sie ist es bis zuletzt geblieben. Ihre gutenLeistungen trugen nur in: Jahre 1894 den Roten Adlerorden mit der Urone ein, in: Jahre 1895 denUaiserpreis mit seinen verschiedenen Auszeichnungen für den Uompagnie-Ehef und die Uompagnie und vorallen das dauernde, sich lebhaft betätigende Wohlwollen meiner Borgesetzten, vor allen meines hoch-verehrten Grafen von Waldersee. Seit 1893 aus der Liste derer, die zu bevorzugten: Avancement vor-geschlagen wurden, erreichte ich durch diese Empfehlung meiner Vorgesetzten meine Ernennung zun: Majoran: 12. September 1896. In der Tour wäre ich ohne Frage erst Anfang 1898 Major geworden. Seitmeiner Ernennung zun: Uompagnie-Thef war ich bis 1895 allerdings nicht auf Urlaub gewesen, außerwenigen Tagen zu den Festen, wenn ich die Mannschaften beurlaubt hatte. Was nur aber vor allen: wert-voll war bei diesen Erfolgen, das Verhältnis zu meinen UollegeiVH war nie getrübt. Seit 1892 derälteste Hauptmann des Bataillons habe ich mit diesen Herren sHanstein, Weber, Wittich, zuletzt Monteton)das denkbar beste und freundschaftlichste Verhältnis gehabt und unterhalten.
Die Ausbildung des Soldaten bildet die Grundlage für seine Verwendung. So wertvoll ein gutausgebildetes Soldaten-Material für die vielseitige Verwendung durch den Führer ist, um so mehr werdendie Leistungen des letzteren leiden, wenn er gezwungen ist, eine schlecht ausgebildete Truppe zu führen, undder Hauptmann ist die Persönlichkeit, welcher die schwierige aber dankbare Aufgabe zufällt, sie auszubilden.Mit Recht nannte Raffer Wilhelm II in der Schlußkritik des Raiser-Manövers 1899 auf den Höhen vonDüppel seine Hauptleute die Säulen der Armee. An Allerhöchster Stelle ist man unausgesetzt bestrebt, einevorzügliche Ausbildung zu ermöglichen durch Einführung bester Waffen, durch Herausgabe von Reglements
Als ich in Stade eintraf: Stern, Gottschling, Bentheim. Der letztere ging ab und Bldenbnrg bekam die11. Kompagnie. Nach Stern die 12. Rabenau, bis er nach Danzig zum 5. Grenadier-Regiment versetzt wurde.