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Die Plagen des Rrieges verheerten sein Vaterland Livland, als sein Vater, ein ehrlicherBürger zu Dorpat, Zacob Lggers, ans Holstein gebürtig, ini Zahre s7U-j sich mit Sophia Maraa-retha Rrüger vernrählte; aber Unglück und verderben sind die gewöhnlichen Folgen des Rrieges,Die Festung Dorpat wurde belagert und schließlich im Monat Zuli desselben Lahres vom russischen Heereerobert; sein Vater wurde während der Belagerung getödtet. Unter diesen traurigen Umständenwurde der junge Zacob Lggers, nach dein Tode seines Vaters, am s-p Decbr, -umu >7«-s geboren.
Allein das Unglück war für dieses schon zu sehr bedrängte Haus noch nicht vollkommen. Dasruhmvolle Bemühen des großen Tzar Peter, durch Wissenschaften seine Unterthanen zu bilden, hattedieselben noch nicht hinlänglich daran gewöhnt, auf menschliche Art Rrieg zu führen, welche civilisirteVölker von den barbarischen unterscheidet, Mail schonte auch die wehrlosen nicht. Der junge Lggers,noch nicht vier Zahre alt, ist s7()3 zuerst nach Archangel, später nach verschiedenen Gegendeil Sibiriensgeführt, nebst seiner Mutter, die dort im Zahre j7lö, zum zweiten Male, mit dem Hauptmann inder Rön, schwedischen Leibgarde, Freiherrn Rnut Gabrielson Sparre vermählt wurde.
Meine Herren! Sie bedauern ohne Zweifel, daß ein solcher Geist sich während seiner Gr-ziehung in Sibirien aufhalten mußte, ein Ort, der die beste Hochschule doch nicht sein konnte; aberder Geist bahnt sich überall seinen weg, Gr ist im Anfang geringerer Hülfe bedürftig als gewöhnlich,und ili Lrmangelung einer Gelegenheit, von Anderen gebildet zu werdeil, bildet er sich selbst, Lr istimmer thätig und, wäre er in einer wüste, er würde Gelegeilheit finden, zu denke» und klarer zuwerden.
Daß ein Züngling Fähigkeit und Talente gewinnt, wenn ihn das Glück mit der besteil Er-ziehung begünstigt, ist so selbstverständlich, daß es im Gegentheil die größte Schande wäre, seine Le-benszeit nachher gedankenlos und unnütz zu verbringe», was leider nicht selten geschieht. Allein,beinahe alle ordentliche Unterweisung zu vermissen und doch in hohem Grade Buch- und Weltkenntnis;zu erreichen, die den Menschen im Zusammenleben angenehm und geschickt macht, richtig zum allge-meinen Nutzen seine Renntnisse zu gebrauchen, das weist auf seltene Geistesgaben hin und ist mitRecht unter die am meisten zu lobenden Verdienste zu rechneil,
Tin neues Licht verschiedener Renntnisse dämmerte zu diesen Zeiten in den sibirischen Wüsten,Line große Menge schwedischer Offiziere lebte dort, nach der unglücklichen Schlacht bei pultawa, intrauriger Gefangenschaft und mehrere Familie» waren dorthin ans Livland geführt, Li» redlicherMenschenfreund unter diesen Gefangenen, der Hauptmann Herr Turt Friedrich v, Wreech, von Mit-leid bewegt durch die Unwissenheit, in welcher viele der Gefangenen aufwuchsen, gründete zu e!.obolskieine Schule, deren hauptsächlicher Zweck war, jungen Gemüthern die Religion zu lehren. Allein, wasvon den Wissenschaften zu lehreil möglich war, wurde auch nicht vernachlässigt, Li» anderer Menschen-freund, der Professor der Theologie zu Halle, Herr Doctor August Hermann Francke, der sich in jederHinsicht, besonders durch wohlthaten gegen Nothleidende in allen Ländern, in so hohem Grade eingesegnetes Andenken schuf, beschränkte sich nicht in seiner lobenswerthen Sorgfalt um die christlicheLrziehung der Zugend nur auf sein Vaterland, wo er bei dem halleschen Waisenhause viel zu thunhatte, Lr leistete mit Geld und Büchern auch diesen Lrziehungsanstalten in Sibirien Hülfe. Aber derjunge Lggers war von Tobolski weit entfernt. Glücklicherweise wohnte er doch Anfangs an einemOrte, wohin die zarte Umsicht des woblthätigen Doctor Francke sich auch erstreckte, Zn der Uinder-schule, die durch Fürsorge des halleschen Lehrers zu Archangel errichtet war, lernte er die ersten Grund-züae der Religion; seine Mutter aber wurde bald nach einem anderen Orte versetzt,
Lggers' Genie zeigte sich sogleich in einer besonderen Neigung zur Sprachkenntniß, Lr lerntebald vollkomme» die russisetze Sprache; das Deutsche war gewissermaßen seine Muttersprache. Unterso vielen schwedischen Offizieren fehlte es ihm nicht an Gelegenheit, die schwedische Sprache zu lernen.Voll Wißbegierde suchte er bei diesen den Unterricht, um auch die französische und italienische Spracheerlernen zu können, und er bemühte sich ebenso um das « atein, irr welchen Sprachen allen er zu einer großenVollkommenheit gelangte, Lr verstand ebenso das Griechische und noch mehrere Sprachen unsererZeit, Zum Zeichne» hatte er große Anlage und er versäumte es nicht, diese auszubilden. der