Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
Seite
93
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diesem Zweck wurde eine Gesetzcommission angeordnet, welche die größtmöglichste Uebereinstimmnna inder Gesetzgebung des Königreichs und der Herzogthüiner Herbeifichren sollte. Als Oberprocureurarbeitete Eggers sehr viel in dieser Tommission und entwarf verschiedene Anordnungen, wodurch diewichtigsten Abweichungen in der Gesetzgebung, dem criminellen Recht und dem proceß gehobenwerden konnten.

Auch die folgenden Zahre waren seiner Wirksamkeit in dieser Stellung und als erster Depu-tirter in der schleswig-holsteinischen Ranzlei gewidmet, in welcher Thätigkeit er viele Verbesserungen imZustizwesen und in der Administration herbeiführte.

Zn: Zahre (303 hatte Eggers das adelige Gut Gaarz südöstlich von Oldenburg (Holstein)gekauft. (8 ff erwarb er dazu das adelige Gut Rosenhof, dem ersten benachbart, für den nicht ge-ringen preis von (20,000 Thlr.

Als Beweis der Zufriedenheit seines Königs mit seinen langen und treuen Diensten ward erin: Zahre (80s) zum Ritter von: Dannebrog ernannt, in: Zahre (8(0 zun: Tonferenzrath und an:28. Zanuar (8(2 zun: Tommandeur des genannten Ordens.

Die Titelerhöhungen und Auszeichnungen brachten in der Stellung keine Aendernna hervor.Eggers war fortwährend als Gberprocureur der Herzogthümer in der Kanzlei beschäftigt mit derGesetzgebung, wohnte zu Kopenhagen und hielt sich in: Sommer viel aus seinen Gütern auf. Danebenunablässig thätig als Schriftsteller, Hatto leider diese das Maß übersteigende Arbeitsamkeit die bedauer-lichsten Folgen für die ohnehin geschwächte Gesundheit.

Seine Brustschwäche nahm mit den Zahren innner mehr zu und hatte im Frühjahr (8(2einen solchen Grad erreicht, daß er als einziges Erleichterungsn:ittel wieder eine Badereise, diesmalnach Töplitz und Pyrmont inachen mußte, die dann auch zun: Theil die gewünschte Wirkung hatte.Doch gleichsam, als ahnte er, daß dies seine letzte Reise sei, hatte er allen seine«: vielen Freunden inDeutschland ein inniges Lebewohl gesagt und namentlich von Wieland, der ihn: kurze Zeit darauf in'sGrab folgte, einen äußerst rührenden Abschied genommen.

Nach seiner Rückkehr in: September (3(2 hielt er sich eine kurze Zeit auf seinen: Gute Gaarzin Holstein auf und beschäftigte sich mit literarischen Gegenständen. Ende October reiste er nachKopenhagen zurück und trat wieder seine Geschäfte in der Kanzlei an.

werfen wir jetzt einen Blick auf die Verhältnisse Dänemarks zu jener Zeit; sie waren nichtohne Einfluß auf die letzten Lebensjahre des Freiherrn von Eggers. Die politischen Zustände warenin jeder Beziehung für das Land ungünstig gewesen. Die kriegerischen Ereignisse, die Ausdehnungdes französischen Kaiserreichs durch Zncorporation eines Theiles von Norddeutschland hatten dasselbezun: Grenznachbar des dänischen Staates gemacht. Zmmer drückender wurden die Folgen des Krieges,der einen Hauptnahrungszweig, die Schifffahrt und den auswärtigen Handel, gleich anfangs vernichtethatte und nach den: angenommenen System jeden Verkehr fast gänzlich hemmte. Dabei hatten diedurch die Unterhaltung des Heeres erforderlichen Kosten die Kräfte des Staates erschöpft. Das durchdiese Umstände bewirkte außerordentliche Fallen des dänischen Papiergeldes inachte Maßregeln zurHemmung des Uebels dringend nothwendig. Die Umgestaltung des Geldwesens, welche im Zahre (3(2vorbereitet war und durch die Verordnung von: ,ö. Zanuar (8(3 zur öffentlichen 'Kunde kam, bestandii: einer Reductioi: der dänischen Tourantthaler; ii: der Treirung eines neuen Geldes, der Neichsbank-thaler und in der Fundirung des neuen Geldes auf das gesammte Grundeigenthun:,*) was einer For-derung voi: 6 Procent ii: baarem Silber von dem Werths alles unbeweglichen Eigenthums gleichkam,wein: auch die Ausdehnung dieser durchgreifenden Maßregel auf das Geldwesen der Herzogthümer,namentlich die bald wieder zurückgenommene Einführung des Papiergeldes, wohl kaum durch dieNothwendigkeit geboten erschien, so ist dagegen unzweifelhaft, daß eine Geldveränderung für Dänemark

H Die holst. Rittergüter waren bis dato zoll- und steuerfrei gewesen.