Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
Seite
81
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ergeben und scheint sich von den studentischen Vergnügungen, denen er noch in Leipzig eine hervor-ragende Stelle einräumte, fern zu halten, macht aber regelmäßig Nachmittags einen längeren Spazier-gang, um bei der angestrengten Thätigkeit den Körper nicht zu ruiniren.

Im Gctober f78f bezog er die Universität Göttingen, wo Gollegien und Professoren ihn ganzbesonders anzogen, wo vor allen neben Koppe, Feder, Schlözer, Spittler, Heyne, der bedeutendeProfessor des Staatsrechts Johann Stephan pütter*) seinen ungetheilten Beifall fand. Daselbst schrieber auch f782 die Abhandlung: »De jurispruclentiu guu in (termuniu utimur sub uno systemute revcmanclu.

Nachdem er so fast 7 Jahre Gelegenheit gehabt hatte, mit den Rechtswissenschaften und ihrenHülfsmitteln sich zu beschäftigen, die neueren Sprachen, Staatsgeschichte, Gamerai- und Finanz-Wissen-schaften eingehend zu studiren, auch durch häufige Reisen sich mit der Verfassung der benachbartenLänder und Provinzen bekannt gemacht hatte, um die nützlichen Neuerungen in denselben kennen zulernen und um vergleichungen zwischen den theoretischen Grundsätzen und den Anwendungen derselbenauf den allgemeinen Wohlstand anzustellen, begab er sich mit Beginn der Gsterferien zu den «Liternzurück. Nach Ablauf derselben machte er eine kurze Reise nach Leipzig, auf welcher er in Gotha denvr. Münter, seinen spätcrn Schwiegervater, und zu Braunschweig den intimen Freund des Vaters,Jerusalem (Vater des fungen Werther) aufsuchte, und wartete dann, theils mit literarischen Arbeitenbeschäftigt, theils sich übend in Gollegial - Geschäften unter der vorzüglichen Leitung wieder seinesGheims zu Meldorf, auf Anstellung.

Diese erfolgte im Jahre f73ö, indem von Lggers als Volontär im Gommerz-Gollegium an-gestellt wurde; also genau ff Jahre nach seinem ersten Besuch Kopenhagens kehrt er dauernd dahinzurück, um von da an die erwählte Bahn nicht mehr zu verlassen. Schon am 22. Decbr. f78ö wurdeer als Gevollmächtigter in dem deutschen und ostindischen Secretariat bei der General-Landesökonomieund dem Gommerz-Gollegium bestallt. Sein Leben gestaltet sich sehr angenehm, indem er viele Gönnergewinnt, unter ihnen den Grafen Schimmelmann, und bei Steinau», dem Kammerherrn Suhm unddem Geheim-Rath Garsiens verkehrt und häufig zur Tafel geladen wird.

Da erfolgte nach dem Tode der Königin Wittwe Juliane Marie die Kabinetsrevolution vomJahre f73ch in Folge welcher der Kronprinz Friedrich in den Staatsrath trat, Guldberg, Steinau»**)und Moltcke verabschiedet wurden, Reventlow, Schiminelmann und vor allen Bernstorff, zum zweitenMale zurückgerufen, an's Ruder kamen. Fast schien es nach dem Sturze seiner alten Gönner, alsverdunkelten sich die Aussichten für den strebsamen jungen Mann, und er schreibt dieserhalb besorgteBriefe an den Vater. Doch schon im Mai desselben Jahres wurde er durch den Geheimrath Garstens***)dem Grafen Bernstorff vorgestellt. Beide Männer verband bis zu des berühmten Ministers Todeinnige Freundschaft und gemeinsame Interessen, deren Verwirklichung in dem großen gemeinsame»Werke der Aufhebung der Leibeigenschaft gipfeln sollte. Der Freiherr von Lggers hat bis an seinLüde dem Grafen ein treues und dankbares Andenken, ja eine fast schwärmerische Verehrung bewahrhund nicht mit Unrecht fällt ein Theil der Verdienste dieses mit auf jenen.

Was aber zog die beiden Männer zu einander hin? Bernstorff fand an Lggers staatsrecht-lichen und staatswissenschaftlichen Studien Gefallen, besonders da sie von einem Geiste der Aufklärungund politischen Reform getragen waren, welcher mit den Ideen und Plänen vollkommen überein-stimmte, deren Verwirklichung er sich beim Antritte seines zweiten Ministeriums vorgesetzt hatte.

ch f ;sc>7, ;2. August.

"ch Christian Ludwig von Stemami ts;s), Fiuanzuüuister, dann Amtmann in padersleben, ältester Bruderdes oben genannten Eonferenzraths Ernst Johann Peter von Steinann.

-"ch Gcheimrath in der deutschen Kanzlei, langjährige bewährte Stütze beider Bernstorff'?, ein Mann, dessenAndenken seine Kenntnisse, seine Rechtschaffenheit, seine treue Sorgfalt auf immer unvergeßlich machen, v. EgaersLeben Bernstorff's, Seite zso.

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