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2 (1887)
Entstehung
Seite
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über das Plateau von Langres nach Kalmar, eine gehörige Irrfahrt, Dabei einpfanden wir denWechsel des Klimas sehr rumngcnehmz ans der warmen Tonraine nach dem Norden, wo wir Tisund Schnee fanden, trafen wir ganz zerschlagen in Tolmar ein. Zwar hatten wir in Orleans unsgnt verproviantirt, das lange Engzusammengedrängtsein ermüdete sehr und diente, trotz allerseits besterLaune, nicht als Annehmlichkeit.

Noch am Tage der Ankunft marschirten wir durch de» Haardtwald nach Neu-Breisach, welchesdem 2. Bataillon als Garnison zufiel. Mit klingendem Spiel zwar rückten wir in die kleine, nochstark die Spuren der Belagerung tragende Festung ein, doch was war dies gegen den erhofften, abervereitelten Einzug, der uns in den alten Garnisonen würde bereitet sein.

Die Dauban'sche Musterfestung Neu-Breisach war also von nun an unsere Garnison, ein kleineslangweiliges Nest, dessen Bewohner fast ausschließlich aus Krämern und Handwerkern bestanden, dieihren Lebensunterhalt durch die zu französischer Zeit verhältnißmäßig starke Garnison genossen hatten.Die Häuser mit zertrümmerten Fenstern, die noch verrammelten Thors, alles die Spuren der Belage-rung tragend, gaben für den Ansang keine Aussicht aus eine angenehme Unterkunst. Mir wurdendie erste Nacht auf dem Baselerthore einquartiert, schliefen, wie im Kriege, auf Stroh und siedeltenam kommenden Tage in die Taserne am Tolmarerthore über, in welcher ich neben der Stube meinerTorporalschast ein kleineres Zimmer bezog.

Mein erster Ausenthalt in der Festung dauerte vom sei. März bis Zuli. Mir lebten indieser Zeit ganz dem Dienste. Ts war so viel in Ordnung zu bringen, neu einzurichten nach demlangen Kriege, unsere alten Neservisten und Landwehrmänner, längst unruhig und mißmuthig, wurdenin die Heimath entlassen, kurz, das Leben nahm seinen gewöhnlichen Laus. Mir waren zur Abwechs-lung häufig in Tolmar und dem nahegelegenen Alt-Breisach, wo man mit den Freunden frohe Tageverlebte. Dom s7. bis 7>tt. Mai erhielt ich einen ssitägigen Urlaub nach Hannover, besuchte meinenOnkel, den I),. Kestner in Mülhausen, die alte Großtante Tharlotte Kestner in Basel und verlebte denNest der Zeit in Hannover bei meiner Mutter. Zeh hatte dieselbe merkwürdig gefaßt gefunden, nachall' den schweren Schlägen, sie war erfreut durch das Miedersehn mit dem heimkehrenden Sohne,wenngleich in die Freude des Miedersehens sich die Trauer um die Geschiedenen mischte. Zch besuchtedie Gräber der theuern Entschlafenen, meinen Onkel in Mennigsen, dem der unvergeßliche, stets unserMolsi im Auge habende Dater, einen Tag vor seinem Tode die Dormundschast für uns in die Handlegte. Zurückgekehrt, erfuhr ich zu meiner großen Freude, daß ich zum Offizier eingegeben sei. Dochauch die Eröffnung der Kriegsschulen war zum sö. Zum in Aussicht gestellt und so wurde ich nachTolmar geschickt, um mit den andern Fähnrichen beim Ersatzbataillon wenigstens vorläufig für dieselbeeingekleidet zu werden. Mit eintretender Demobilmachung am 7. Zum und Auflösung des Ersatz-bataillons kehrte ich in meine Garnison zurück. Die Kriegsschulen wurden bis auf Mciteres sistirt.Doppelt angenehm war für mich die am ssi. Znni erfolgende Ernennung zum Offizier. Nach kann:ssmonatlicher Dienstzeit hatte ich die erste Stufe meiner Wünsche erstiegen. Don sechs zu gleicher Zeiteingetretenen Avantageurs theilte ich dies schnelle Avancement nur mit einem meiner Kameraden.Mense war gefallen, ein anderer schwer verwundet in irgend einem Lazareth, zwei am Typhus er-krankt und in Neconvalescenz. Doppelt dankbar konnte ich die Hand des Schicksals preisen, die übermir gewaltet hatte. Mit meiner Beförderung wurde ich zum Füsilier-Bataillon nach Gebweiler ver-setzt. Dort traf ich am lö. Zuli ein, um gleich am folgenden Tage mit in die neue Garnison Mül-hausen eiuzumarschiren.

Das zweite Bataillon wurde von Breisach nach Thann, das erste von Tolmar ebenfalls nachMülhausen verlegt. Die Verhältnisse in der Stadt waren durch die sehr antideutsche Bevölkerungnicht angenehm, immerhin fand ich an meinem Onkel einen treuen Halt, wenn auch die eigene Familiedesselben mehr nach der französischen Seite hinüberneigte. Bis zum f. Octbr. f873 verblieb ich beimFüsilier-Bataillon in Mülhausen und stand bei der s2. Tompagnie unter Hauptmann Bender,*) bei der

*) 1' >>. Sept. Z877 als lllajor a. ?. nach schweren Leiden.