Druckschrift 
2 (1887)
Entstehung
Seite
59
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Pontliene vor ?Le Maus, circa 2 Uhr ^Nachmittags, vor. Nachdem der Widerstand der Franzosen beigenanntem Orte gebrochen war, gingen wir auf die Stadt selbst vor. Gigenthüinlich war, daß unsereFührer den Widerstand iu der Stadt selbst gering anschlagen mußten, überhaupt die Sache für erledigtansahen, denn man hörte hier und da neben der Tolonne den Ausruf „Den Anzug in Ordnung bri»gen", gerade als ob wir in die Friedensgarnison einziehe» wollte». Gin Inordnungbringen des Anzugswar uns allerdings von Nöthen, wir sahen wie die Nänber ans. So marschirten wir unbelästiat i»die Stadt ein, vor uns ein Bataillon vom oldenbnrgischen Infanterie - Negiment Nr. O und die Itl.Jäger, hinter uns brandenburgische Bataillone. Da krachte es plötzlich ans den Fenstern, den Keller-luken, vor uns, neben uns, über uns erschienen die Franzosen an den Fenstern und feuerten in dieTolonnen.

Dem Befehle unseres Bataillons-Tommandenrs, „rechts und links an die Häuser", wurdeschnell Folge gegeben. Zwischen uns hindurch zagte auf dem Straßenpflaster ein Geschütz der 2. leichtenBatterie, mitten auf die place des Halles, an welcher ein besonders stark besetztes Kaffeehans denvordringenden Bataillonen großen Schaden zufügte. Ginige wohlgezielte Schüsse der braven Artilleriebrachten auch diese letzten zur Nnhe. Wer unsere Artillerie in den schwierigsten Lagen, stets bereit,die Infanterie zu unterstützen, während des französischen Krieges gesehen hat, kann dieser bravenWaffe nur höchstes Lob und ungemessene Bewunderung zollen. Nicht allein die Sicherheit ihresSchießens, der Schneid und die Geschlossenheit ihrer Bewegungen machten sie gefürchtet, es war voralle» diese tollkühne Tapferkeit von Führern und Mannschaften, mit der sie den feindlichen Objecten,Schützenlinien, Tolonnen, besetzten Positionen ans den Leib jagten. Sich so zu exponiren, durfte nureine Truppe wagen, die der Schnelligkeit ihrer Bewegungen und der Sicherheit ihrer Grfolge sichbewußt war. Gine weniger gute Artillerie wäre in Situationen, in denen ich oft die unsere zu beobachten Gelegenheit fand, verloren gewesen.

Nachdem in allen Theilen der Stadt der Hauptwiderstand gebrochen war, gingen wir ab-theilnngsweise an das Säubern der Hänser. Gs wurde, zumal die Bevölkerung sich am Kampfebetheiligt hatte, nicht sehr glimpflich verfahren. Die Soldaten kannten keine Gnade, wo sie nichtabsolute Uebergabe trafen. Mit Kolbe?? und Bajonnet ist an einzelnen Stellen arg gehaust. Ich sahnoch spät in der Nacht Jäger vom Hl. Bataillon durch die Straßen patrouilliren und in die Hänserschießen, wo sich Licht oder Personen zeigten. Unsere Leute waren zu erbost, weil beispielsweise vonTivilisten mit Windbüchsen auf uns geschossen war. Ohne Knall und ohne den Schuß zu hören, warenDiele verwundet.

Ii? einem große» und schönen Hanse fand ich parterre eine Anzahl Oldenbnrger, die beimersten Anlauf verwundet, von den Kameraden dort geborgen waren. Die Aermsten waren noch ohneverband, ich schickte den einen meiner Leute zum Arzte, den ich im Nebenhanse wußte. Höher hinauf,in der Bel-Gtage, wurde nach längern? Klopfen geöffnet. Der Besitzer kam mir gleich entgegen mitder Bitte, doch ja seine Frau zu schonen, die er, auf unsere beruhigende?? Aenßernngen hin, ans de???Kleiderschrank holte. Wo dachte?? wir an Frauen, nur die bestimmte Anforderung stellte ich, etwasWeil? und Brod herbeizubringe??, de???? mit leere??? Magen mußten wir so en passant uns verpflege??.Spät Abends erst bezogen wir Allarmqnartiere, die 3. Tompagnie beispielsweise eii? großes Nestan-rant, wo wir viele Spirituosen, aber keine Lebensmittel fanden.

Am sö. Januar hatte?? wir einen Nuhetag. Ich benutzte die Gelegenheit, mir die Stadtanzusehen, die bei de??? graue?? Winterhimmel einen ernsten und melancholischen Gindrnck machte.Dabei lagen ii? den Straße?? die gefallenen Pferde der französischen Bagage, welche uns ganz ii? dieHände siel, nachdem der Führer unseres erste?? Bataillons die Fuhrleute von den Pferde?? gehauenhatte, die erste?? Wage?? voi? seinen Leute?? umgedreht waren und so ein Keil entstand, hinter dein stehAlles staute. Wage?? mit Taback, Gier??, Zucker, mit Feldausrüstung höherer Offiziere, bis aufNecessaires und Bestecks, fiele?? ii? die Hände der deutsche?? Truppen. Ich glaube nicht, daß wirWage?? mit Gier?? bei uns führte??, jedenfalls gab es ii? jenen Tage?? in alle?? Nestanrants Omelettes,so viel man wünschte. An Fleisch war Mangel. Angenehm war die Dertheilnng von Hemden und