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wurde. Um ö Uhr Nachmittags träfe» wir schwache Abtheilungen des Feindes, die wir im erstenAnlaufe warfen und verfolgten. Mit steigender Heftigkeit erschallte ans nördlicher Richtung derKanonendonner. Bei Anvonrs und St. Hubert stand das III. Corps im heiße» Kampfe. Uni dietapfern Brandenburger zu entlasten, war das wirksamste Mittel ein immer weiteres Vordringen aufLe Maus.
Obwohl der Tag sich neigte und unsere Kräfte fast sich erschöpften, waren wir doch unauf-haltsam auf glatten Megen vom frühen Morgen an marschirt, ohne etwas anderes genossen zu haben,als hie und da ein Stück Brod aus dem Brodbeutel, so hieß es „vorwärts", immer „vorwärts" inder Richtung auf Le Maus. Unser Bataillon, unterstützt durch 2 Avantgarden - Geschütze, drängtefeindliche Abtheilungen über den nördlich von Chäteau de la Monnerie gelegenen Abschnitt zurück.Als wir denselben dann bei Belle Oeuvre überschritten, wurden wir durch das Feuer zweier auf derHöhe hinter Les Mortes Aures stehenden Batterien und zweier auf der Chaussee eingeschnittenenMitrailleusen empfangen. Tin Zug der leichten Batterie jagte auf der Straße, die braunschweigischeBatterie rechts derselben vor. Um der braven Artillerie Platz zu machen, wurden wir buchstäblich indie mit Schnee gefüllten Gräben geworfen.. Mährend die Unseren die Franzosen stetig zurückdrängteilund mit einbrechender Dunkelheit Le Point du Tour nahmen, dann vor dem Abschnitt bei Les MortesAures der Angriff zum Steheil kam, war die 8. Compagnie in das Terrain links der Straße detachirt.Das zu durchschreitende Gelände bot dem Gegner außerordentliche Vortheile. Zahlreiche Gräbeil undMälle, dichtes Tannen - Unterholz gewährten seinen Schützen Deckung, die einzelnen Waldstücke undGehöfte die besten Stützpunkte für die vertheidigung und erschwerten unser Vorgehn, abgesehen vonder großen Crmüdniig allgemein. So hatten wir in Schützenschwärmen uns mühsam durchgearbeitet,als plötzlich eine große Lichtung vor uns lag, ein weites Schneefeld, an dessen Cnde das Schloß LesHunandiäres mit seinen Pachthöfen, stark besetzt vom Feinde.
Als ob ein Zeder die Situation erkannte, so brachen wir unter lautem Hurrah aus uusermDickicht hervor, durchliefen, mit Anstrengung der letzte» Kräfte, das flache Schneefeld und nahmenstürmend das Schloß.
Nach kurzem Handgemenge verließ der Feind durch die Hinteren Ausgänge die Gebäude, vonunfern Schüssen verfolgt. Der Besitzer des Schlosses war auf dem Balkon seines Hauses schwer ver-wundet niedergebrochen.
Mir durchsuchten die GeHöste, nahmen gefangeil, was nicht geflohen war und wurden danngesammelt, denn die Compagnie war in dem bestandenen Terrain, beim Anlauf auf die verschiedenenHäuser auseinander gekommen. Auch bedurfte man einiger Zeit, um sich zu verschnaufeu. Mittler-weile senkte sich mehr und mehr die Nacht herab, der Schnee leuchte-e zwar, aber die Tannen, dieGräben, zwar gefroreil, aber nicht immer haltbar, erschwerteil das Vorgehn. Seitwärts und voruns ertönte fortgesetzt das „Hnrrah" der Deutschen, das bin avunt' der Franzosen, dabei ein unauf-hörliches Knattern der Gewehrschüsse. Nachdem die Compagnie gesammelt war, versuchte der Com-pagnieführer, premierlieutenant von Lüderitz, über das Schloß hinaus nach der Straße vorzudringen,um sich dem Bataillon wieder anzuschließen. Die Nacht, das Terrain zwangeil ihn bald, von seinemversuche abzustehn. Allmählig verstummte das Getöse des Kampfes, es war f2 Uhr lind die Ruheder Nacht lag bald auf de» weiten Schneegefilden, auf denen so heiß und so erbittert im weiten Um-kreise vor Le Mails gestritten war. Mir waren f8 Stunden auf den Beinen, dazn fast nüchtern.Zn das Schloß zurückgekehrt, fielen wir bald in der Küche, den Gängen, den Zimmern, Gewehr imArm, in tiefen Schlaf, mit Ausnahme der geringen Machen und Patrouillen. An Cssen dachte Nie-mand, man hätte auch wohl nichts gefundeil, erst am andern Morgen bemerkte ich eineil verlassenenRiesen-Lapain. Unserer Crinüdung hatte er sein Leben zu danken.
Mit Anbruch des Tages sammelte sich die Compagnie im Hofe des Schlosses, um den fehl-geschlagenen versuch des Abends zu erneuern, querfeldein die Straße zu gewinnen und sich mit demBataillon zu vereinigen. Mir trafen das Bataillon bei Les Mortes Aures. Nachdem auf und nebeilder Straße die 2t). Division gesammelt war, rückten wir in dicht anfgeschlossener Colonne gegen