gemeldet. Um genannte Zeit griff er uns ans der ganzen Linie an, fand uns jedoch in guten Po-sitionen, noch verstärkt durch verhaue, Erdaufwürfe uud zusammengeschlepptes Holz. Es entspann sichein lebhaftes Gefecht. Die Franzosen suchten aus dem Walde vorzudringen, unser Feuer trieb siezurück. Fortwährend tönte das »Im avant« der feindlichen Führer zu uns herüber. Schweigend gabenwir Schuß aus Schuß aus unser» Positionen ab. Zum Sturmaulauf kam es nicht. Da meldeten sichum ff Uhr die Spitzen des III. Corps, das uns am 6. ablösen sollte. Es waren Patrouillen der 6.Kuirassiere. Ihnen folgten die brandenburgischen Füsiliere, die Nachmittags Z Uhr unsere Positionenbesetzten und dann gegen den Wald vorgingen. Musterhaft, in Ordnung, Gewehr im Arm und ohneeinen Schuß. Fast that es mir Leid, diese braven Truppen nicht länger beobachten zu können, wirstiegen in das Thal hinab und vereinigten uns mit den anderen Bataillonen des Regiments.
Dasselbe sollte einen Thcil der Tolonne des X. Armee-Torps bilden, welche unter dem Generalvon Kraatz - Koschlau aus Lcs Noches vorzurücken bestimmt war. während des Rendezvous in derStadt traf ich meinen Freund Adolf von der Wense, den Sohn des Gutsbesitzers auf Eicklingen beiCelle, gleich mir Avantageur im Regiment. Ich war trotz der ermüdenden Tage, die hinter unslagen, heiter und sah bessereu Tagen entgegen, vergißt doch die Jugend so leicht überstandene Ge-fahren und Strapazen uud denkt, nach schlechten Tagen müssen bessere kommen.
Wense war trübe, er hatte ernste Affairen mitgemacht, seinen Compagnieführer, den Lieute-nant v. Bredow, neben sich durch einen Mitrailleusenschuß fallen sehen und sah düster in die Zukunft.Ihm schienen noch große Kämpfe bevorzustehen. Ich gebe nicht viel auf Ahnungen und doch schienbei meinein Freunde so etwas, wie von Todesahnung, durch seine Reden zu klingen. Ich habe ihnnicht wieder gesehen. Cr erhielt in den Kämpfen vor Le Maus eine schwere Wunde, welcher er imLazareth zu Le Maus erlag. Als er längst schon in fränkischer Erde ruhte, kam, zugleich mit dermeinigen, auch seine Ernennung zum Portepee-Fähnrich.
Nach Formation unserer Abtheilung marschirten wir auf grundlosen wegen und bei zuletztvölliger Dunkelheit bis Mitternacht. In einer Ferme, deren Namen ich nicht verzeichnete, erhielten wirOuartier in einem Stalle, den ein großer percheronhengst und eine Ziege bewohnten. Ersterer wurdemit vieler Mühe herausgebracht, die Ziege blieb zurück, wdhl mit Rücksicht auf ihre Milch für denkommenden Morgen, wer diese Blume pflückte, weiß ich nicht, jedenfalls war früh ö Uhr Morgensschon die Ziege nicht mehr in der Lage, an sie herantretenden wünschen zu entsprechen. Der 7. Jan.brachte uns nach dem von Truppen aller Waffengattungen angefüllten Montoire. Am folgendenTage ging es weiter nach La Chartre. Ts schneite und regnete abwechselnd, die Wege waren grund-los. Dann trat leichter Frost ein und bei dem entstandenen Glatteis war das Marschiren eine Arbeit.Daneben lebten wir in jenen Tagen bis nach der Schlacht von Le Alans nur von Kaffee und Brod.Zu ermüdet, die Victualien Abends noch in Empfang zu nehmen oder dieselben zuzubereiten, warenKaffee und Brod für uns ein Labsal. Am 9. rückten wir in der Richtung auf Grand Lueö vor, kehrtenAbends nach Chartre zurück. Dort erhielt ich meine Ernennung zum Gefreiten, wir bezogen Allarm-guartiere, da nördlich Chartre das fortwährende Rollen des Kleingewehrfeuers anzeigte, daß unsereAvantgarden dem Feinde auf den Fersen waren. Die Gefechte dieser Tage hatten der Führung gezeigt,daß der Feind im Wanken und unaufhaltsam die Straße nach parigne entlang sich zurückzog.
So marschirten wir am f(I. Januar nach Grand Luce. Der weg dahin zeigte das Bildeines regellosen Rückzugs der französischen Armee. Weggeworfene Waffen und Armaturgegenstände,umgestürzte wagen, verschütteter Proviant, herrenlose Pferde, vor uns das mit dein Vorrücken weiterund weiter sich entfernende Gefecht. Es war nur noch ein Treiben der flüchtenden Feinde, wirblieben Nachts in Grand Lucä, um am folgenden Tage, den ff. Januar, mit in die bei Le Maussich eickspinnende Schlacht einzugreifen.
Dei General von Voigts-Rhetz hatte in der Nacht den Befehl erhalten, mit dein X. Corpsvon Grand Lucö über St. Mars d'Outillo in der Richtung auf Mulsanne abzumarschiren. So brachdenn am ff. früh die K). Division, unser Bataillon in der Avantgarde, von Grand Luce auf. DieWege waren glatt, so daß bei angestrengtestem Marsche erst gegen Mittag St. Mars d'Outille erreicht
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