49
die Gefahr nicht ernstlich, denn weit würde ich mit den Schrauben an den Füßen wohl nicht gekommensein, Folgenden Tage-, an meinem Geburtstage, verließen wir die Stadt und marschirten nackr Laianesbei herrlichstem Ivetten, Die (Quartiere waren gut, und speciell in dem meinigen fanden wir WeinBier ec,, obgleich der Besitzer nur einfacher Maurer zu sein schien, der ein eben erst vollendetes bsausbewohnte. Die Rameraden thaten sich gütlich, denn als ich um s Uhr Nachts von Wache kam, fandich tiefernsten Frieden, wohl mit hervorgerufen durch den wein und das vaterländische, so lang ent-behrte Getränk, Schauerlich schön leuchteten die brennenden Lsäuser Chätillons durch die Nacht zu unsherüber, von Laignes ging es früh 7 Uhr weiter nach Tonnerre, wo wir Abends um 7 Ubr an-laugten, Der Marsch war sehr anstrengend durch seine Länge und blieben daher eine Menge unsererLeute zurück, Ich selbst hatte uur mit großer Mühe mich aufrecht erhalten, da sich an meinem rechtenFuße auf dem Spann ein Geschwür entwickelt hatte, das neben der heftigen Geschwulst ganz außer-ordentlich schmerzte. Doch hoffte ich immer noch daß dasselbe unter den Anstrengungen sich entwickelnund nachher verlieren sollte, Tonnerre war ganz überfüllt und nur der energischen Art unseresTompagnieführers, persönlich die Tinquartierung vorzunehmen, gelang es, daß wir nach verbältnißmäßigkurzer Zeit in den (Quartieren waren. Die Nacht ans einem Strohsack zu Dreien war nicht sehr er-götzlich, Am 2(>, November marschirten wir von Tonnerre nach Germigny, einem Dorfe, das wirnach kleinem Marsche erreichten. Mein Fuß hatte sich so verschlimmert, daß ich bald nach dem Tin-rücken unfern Arzt, den vr, Halles aussuchte, der meinen Leichtsinn tadelte, schon so lange mit demLeiden gelausen zu sein und Nuhe empfahl, mir auch jedes Marschiren für die nächsten Tage unter-sagte, So wurde ich denn am folgenden Tage auf einen unserer Trainwagen gesetzt und fuhr mitdiesem von Germigny nach Zoigny,
Das Wetter war gut, die Gegend schön; die Chausseen durch Gräben und verhaue gesperrt,mußten erst durch spioniere für das Fuhrwerk passabel gemacht werden. Zoigny ist eine sehr hülffchean der Nonne gelegene Stadt, mit schönen Straßen, hohem Rai, vorzüglichen Cafes und ansehnlichenBrücken, hat auch im Frieden Garnison, Wir quartierten in der Vorstadt bei armen Leuten und daich nicht gehen durfte, so ließ ich Rartoffeln kaufen, die in primitiver Zubereitung mit den Wirthenzusammen verspeist wurden, Zu meinem Tagebuche finde ich die Notiz „Habe bessere Sonntage ge-kannt", von Ioigny ging es am 2R d, W, nach Conrtenav, wieder zu Wagen, Das Bataillon kamin letzterem Grte wieder in Allarmhäuser und die Fußkranken, welche für den Augenblick nicht zugebrauchen waren, mußten selbst für ihre Einquartierung sorgen, Zch nahm das erste beste Isausund, um alle Wechselfälle guter und schlechter (lZuartiere kennen zu lernen, fand ich in diesem meinenWirth im Wahnsinn, Am andern Worgen früh 5 Uhr, weiter nach Cheroy, hatte ich aus einemlqaferwagen sAatz gesunden, Wein Rutscher war ein unaufmerksamer Schlingel, der sich um dasmarschirende Bataillon nicht kümmerte und trotz meiner Vorstellung, bei Zeiten zu halten, zu weitfuhr, ich weiß nicht mehr, wohin, Jedenfalls mußten wir eine Stunde ungefähr zurückfahren, wo ichmeine Tompagnie noch beim (tZnartiermachen antraf. Zu 2ö überfielen wir einen ehrsamen Sattler,der uns gut verpflegte und uns zuerst den Cydrs (Apfelwein) vorsetzte, den wir auf unserm weiternWarsche überall fanden. Wein Fuß ist besser und ich habe die Absicht, wieder einzutreten. Demwidersetzte sich der Arzt energisch und zu meinem größten Rummer mußte ich wieder aus meinenlustigen Sitz klettern,
Ts war der ,öt), November und hatte man die Fußkranke» aus die Reserve - sWtronenwagenvertheilt, welche von Thörey nach Nemours diriairt waren,. Das Wetter war empfindlich kalt, derNordwind eisig und wohl jeder von uns sehnte sich in die Front, Doch noch ahnten wir nicht unserGeschick, Zu Nemours angelangt, fanden wir unsere Truppe nicht. Dieselbe war links abgebogenund über Souppes, Beaune la Nolande aus Orleans diriairt. Dem X, Corps war später Chevillvals Ziel gesteckt, um dort eine Reserve für die ll, Armee zu bilden.
O Venerischer Arzt in Buendorf bei Celle.