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Am («), November erstiegen wir noch einmal die Höhen vor Langres von 2eolainpont aus,ohne auf den Feind zu stoßen, der wohlverwahrt in seiner Feste weilte, kehrten Nachmittags in dasalte (Quartier zurück, um daun am 2t>. Novbr, den längst vorangeeilteu andern Theilen des X, Corpszu folgen. Das letztere hatte seine Marschrichtung von Chätillon für Seine auf Zoigny genommen,dort und bei Beauue la Rolande gefochten und stand in der Gegend südlich Chateau - Landon, Dortsollte unser Detachement sich mit ihm vereinigen, Mir hatten vor Langres das f. und Füsilier-Bataillonunseres Reaiments zurückgelassen unter Befehl unseres Commandeurs, des Obersten von Ahrenberg.HDer Nest des Detachements, das 2, Bataillon, bei dem ich stand, das Regiment Braunschweig undeinige Schwadronen des Dragoner-Regiments Nr, (k, brach in der Frühe des genannten Tages aufund erreichte nach langein Marsche durch waldiges und gebirgiges Terrain Are eu barrois, wo michmein Unstern in ein reiches und vornehmes Haus führte, dessen Besitzer einen Sohn bei der franzö-sischen Armee hatte. Für uns war dort nichts zu holen und ich entschloß mich kurz, im nahegelegenenGasthause für Geld, au dem ich vor allen durch die Güte meines Großvaters nie Maiigel litt, michzu verpflegen. Die Nacht verlief auf einem Heuboden, wie so manche, und der folgende Marschtagführte Ulis nach Montignv, wo ich mit meinem Schulfreunde Brande, der bei den DragonernNr, (6 stand, im Hotel zur goldenen Sonne speiste und sogar Champagner trank, Ls war unsbeiden sehr wohl dabei, endlich einmal wieder den irdischen Genüssen mehr Rücksicht schenken zu können,als aewöhnlich. Am Abend bezogen wir Allarmquartiere, um mit dem grauenden Morgen (22, Nov.)nach Chatillon sur Seine zu eilen, wo das Landwehr-Bataillon Unna und die 3. Reserve-Husaren soschwer für ihre Vertrauensseligkeit gestraft waren. Die Bürger, im Bunde mit Garibaldianern, hattenfrüh am Morgen des (s). die Landwehrleute in den Betten, die Husaren beim Füttern im Stalleüberfallen und ihnen übel mitgespielt. Für diese Handlung sollte in erster Linie die Sadt gestraftwerden durch Beitreibung einer Contribntion, Chätillon ist ein freundliches Städtchen in schöner Lageund mit ansehnlichen Gebäuden, In einem dieser letzteren wurde ich einquartiert mit meinem Com-pagnieführer Premier-Lieutenant v, Lüderitz und 23 Manu, Der Besitzer, Forstmeister Millet, war nichtgeneigt, diese ihm auferlegte Cinquartierungslast gutwillig zu tragen. Ts bedurfte erst sehr energischerAnordnungen des Offiziers, daß unsern Leuten ihr Recht wurde. Besser schon dachten Mutter undTochter Millet's, sie nahmen mich, auch wieder, weil ich etwas französisch sprechen konnte, in ihrangenehm durchwärmtes Zimmer, ich mußte meine gänzlich durchnäßte Uniform, meine sehr zerrissenenStiefel ausziehen und wurde, nolens volens, neben dem Ofen in die Pantoffeln des Hausherrn undeinen seiner schwarzen Röcke gesteckt, Gut, daß mich die Kameraden in dieser Verfassung nicht sahen,aber anaenehm war es doch. Recht peinlich für mich war, daß Herr Millet, einer der angesehenstenMänner der Stadt, als Geisel auf die Mairie geführt wurde, bis die Contribntion erlegt war. DerStadt wurde überhaupt sehr übel mitgespielt, nicht allein mußte sie eine bedeutende Summe zahlen, diegroße Einquartierung tragen, auch unsere Leute hausten sehr übel in Keller, Haus und Läden, so daßam Tage des Ausmarsches die Häuser und Straßen ein arges Bild der Verwüstung boten, noch erhöhtdurch die auf Befehl angezündeten Häuser der Haupträdelsführer beim Ueberfall. Der 23, Novemberwar ein Ruhetag, Ich benutzte ihn, meine ganz zerrissenen Stiefel repariren zu lassen und lebte der-weil in Vater Millet's Pantoffeln, Da erscholl Nachmittags 2 Uhr das Allarmsignal, denn auf denHöhen vor der Stadt hatten die naseweisen Garibaldianer sich wieder gezeigt, Mas thun, ein In-fanterist ohne Stiefel ist nichts werth, die meinen waren beim Schuster, Pantoffeln ist kein kriegs-gemäßes Ausrüstungsstück und so trieb mich die Noth in ei» paar feine Zugstiefel meines Mirths,Mie ich hinein kam, weiß ich heute noch nicht, denn gemeiniglich sind wir Deutschen den Franzosenüber in der Größe unseres Pedals, Auch war es eiu Glück, daß wir bald wieder entlassen wurden, da
D Auin Connnandcnr ernannt bei Ausbruch des Krieges. Oer Baron von Kottivitz hatte die ZZ. Infanterie-Brigade erhalten. Lebt jetzt als Gcnerallieutenant a. T>. in Stuttgart.