Regimentsstab lag und der (Oberst Bavo«, von Rottwitz wohnte. Am 27. Juli*) wurde ich dem Ersatz-bataillon als Rekrut überwiesen, um ausexe,-cirt zu werden. Meine Pläne waren also zu Massergeworden, jedoch habe ich später den vortheil dieses Verfahrens schätzen gelernt. Die Rekrutenzeitist nie leicht, am wenigsten aber, wenn Lrsatzmannschaften mit möglichster Ausnutzung der Zeit undder Rräfte so rasch wie irgend möglich kriegsbrauchbar gemacht werden sollen. So war jeneZeit denn ungemein mühsam und unter dem strengen Commando des Ijauptmanns von Mebren**)sehr lehrreich, lhierzu kam, daß ich Lude September nach Berlin commandirt wurde, um meinExamen (letztere waren mittlerweile wieder angesetzt) nachzumachen. Das Examen dauerte vom 2ö.September bis s. Vctober, ich bestand dasselbe und kehrte nach Celle zurück, wo ich die höchst erfreu-liche Mittheilung erhielt, daß ich nun in kürzester Zeit mit einein Transport Lrsatztrnppen nach demKriegsschauplatz abgehen würde, da das Regime«,t, welches bei der Ternirung von Metz durch Krank-heiten viel Abgang gehabt hatte, bedeutende Lücken aufwies. An, s2. Gctober wurde das Tommando(slZV Mann) unter Führung des Lieutenants Metze***) j„ Celle verladen, um in Hannover einemgrößeren Transporte des sO. Armeecorps sich anzuschließen. Die Tage vorher waren, wie sich denkenläßt, sehr geschäftig verlaufen, doch hatte ich Zeit gefunden, mich in Meinersen bei den Eltern zuverabschieden, Mir blieben einen Tag in (Hannover, ich wohnte zun, letzten Male bei den Großeltern,nahm Abschied, ohne entfernt zu ahnen, daß ich sie, die zwar alt aber rüstig und guten Muths warendaß ich auch den in den besten Jahren stehenden Vater nicht wiedersehen sollte. Der Transport für dasX. Armeecorps stand unter dem ^Hauptmann Mahn****) vom Gldenb. Znf.-Reg. Nr. M, auf welche» ichspäter noch zurückkomme. Ich hielt mich an den Lieutenant Metze, welcher mir gestattet hatte, inseinem Magen mitzufahren und seit dieser gemeinsamen Reise datirt das Freundschaftsverhältnis;, dasuns noch heute verbindet. Mir hatten khannover am sff. Juli verlassei, und fuhren über MindeixDortmund, Düsseldorf, Crefeld nach Bingen, wo wir spät Abends ankommend, in dem nahegelegenenRüdesheini bei freundlichen Leuten einquartiert wurden, die trotz der Last der Einquartierung unsimmer auf's Neue wiederholten, welch herrliche«, Eindruck all die Tauseiide gemacht hätten, die inden letzten Monaten die Straße zun, Rhein gezogei, seien. An, s6. verließen wir Bingen und gelangtenam (7. gegen Mittag in Courcelles am Nied, der letzten Bahnstation vor Rietz an.hi Die Gegendöde, verwüstet, das Metter neblig und regnerisch, machte bei den grundlosen Megen einen sehr depri-mirenden Eindruck. Schon in C. erhielte«, wir die Nachricht von allerlei Gräuelthate«, der Land-bewohner an Hülflosen verwundeten, so eines alten Meibes, welches einen, verwundeten Bayern dieAugen ausgestochen hatte und dafür von de» erzürnten Soldatei, erschlagen war :c. :c. Mir wartetenbei unsere» Gewehren bis b Ahr Nachmittags, da erst bekamen wir die Marschdirection a«,gegebe»und brache«, auf. (Querfeldein, durch Miesen, über Ackerland, bei strömendem Regen und bald tieferFinster«,iß zöge«, wir dahin. Rn, s() Rhr Abends langte«, wir i«, einer Meierei (Pange) an, wo wirauf eine««, offenen Boden ein zwar kaltes, aber doch trockenes (Quartier fanden. Misere Nahrungwar etwas Kaffee und Vrod; ich hatte zun, Glück noch ein Stück Schinken von der besorgten Groß-mutter erhalten und dieses ergötzte Metze und mich nach diesen für den Anfang genügenden Strapazen.Am s8. Morgens !ö Rhr brachen wir von pange nach Collignv auf. Kurz vor dem Abmarsch traf
-) vereidigt Im, ich am s. August tsro.
-ch Lebt als (Oberst a. ?. zu Baden-Baden und war Commandeur des Bataillons. Mein Compagnic-Eheswar ein ksauptmann von vceringeu.
Hauptmann in, Ins.-Regiment.
Im Irrenhause gestorben.
1) Leider war ans dieser Fahrt durch die Energielosigkeit des GIdeuburgischcn Hauptmanns der Zupanddes Commaudos ein so gelockerter, daß der energische lltetze, als er auch bei den bis dahin nüchternen und fügsamenSoldaten nnseres Regiments die Unordnung einreißen sah, den Säbel zog und einen renitenten Uknsketier niederstieß,was ihm später allerdings Festung, aber bald daraus folgende Begnadigung eintrug. Seine !Nas;regel hatte übrigensgeholfen, den«, alles verlies seitdem ruhig.
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