Zu beklugen ist es für seine militärische Tarriere, daß er seine Kruste und Kenntnisse denDiensten von Staaten zu widmen angewiesen war, die durch ihre trostlosen politischen Verhältnissenicht im Stunde waren, militärisch eine Rolle zu spielein Wie viel glänzender hätte sich sein Lebenvielleicht gestaltet, wenn ihn das Geschick in die preußischen Reihen geführt hätte. So focht undarbeitete er nicht für die großen Ziele, wie die Helden Friedrichs des Großen, sondern mußte hiernach den eigenwilligen Launen eines Kabinets oder eines bevorzugten Ministers, dort einer vaterlands-losen Toterie für Ziele und Zwecke zu Felde ziehn, die jedes höhern Gehalts entbehrten. Daß erdoch überall nützte, den Feldherren nahestehend, zuletzt als Lehrer der sächsischen Prinzen, von denenjedenfalls Giner berufen war, in die Geschicke seines Vaterlandes energisch und rühmlich einzugreifen,ist ein Beweis für seinen Charakter und seine Leistungen.
Sein Privatleben war ausgezeichnet durch Ordnung und Fleiß. Neben ernster Frömmigkeitwar er herablassend und gütig gegen Zedermann, gern helfend und unterstützend, wo die Noth ihmvor Augen trat. Gin Feind der Lüge, konnte schon eine übertriebene Schilderung irgend einer Hand-lung seinen ernsten Tadel hervorrufen. Streng gegen sich selbst, war er es gegen seine Untergebenenund seine Dienerschaft; wie sie bei treuer Pflichterfüllung seiner Anerkennung gewiß war, hatte sieunnachsichtliche Strafe zu gewärtigen, wenn seine Befehle mangelhaft befolgt wurden. Gin Freundgeselliger Freuden und froher Unterhaltungen iu gewählten: Kreise, war er zu sehr Soldat, als daßihm der Lebensgenuß allein genügt hätte. Zhm war der Krieg mit seinen wechselvollen Lagen einBedürfniß, wenn auch der Friede ihm bei seiner tiefen Bildung viele andere edle Genüsse bot. MitRecht darum durfte er sich als Devise seines Wappens die Worte wählen:
»t^rte et klarte!«