1) Christoph Gustav Wilhelm, geb. den 17. Juli 1854.
2) Friedrich Georg Arnold, ged. den 6. Mai 1856.
Arnold Konrad Ludwig wurde geboren den 36. September 1836 und besuchte, alsder ältere Bruder sich der Laudwirthschast widmete, daö Gymnasium zu Lüneburg. Als aucher sich für die Laudwirthschast entschied, ging er zur Realschule über. Er pachtete später dasadlige Gut „Mühlcubcrg und Cammin" unweit Parchim in Mecklenburg-Schwerin, muhte jedochder schlechten Zeiten wegen 1865 die Pachtung zurückgeben. Nachdem er vorübergehend dasseinem Schwiegervater gehörende Gut Hassclhof im Amte Soltau (Prov. Hannover) bcwirth-schaftct hatte, zog er 1869 nach Essen, Regierungsbezirk Düsseldorf, wo er im Bureau der Zeche„Königin Clisnbet" angestellt, die Kasse und die Spedition verwaltete. Als durch das Sinkender Industrie seine Stellung sich verschlechterte, kündigte er dieselbe und zog im September 1877nach Münster in Westfalen, wo er seitdem ein eigenes Kohlcugeschäst betreibt. Arnold Eggcrsist vermählt seit dem Juli 1859 mit Emmy Lucie Sophie Gisfeuig (geb. den 23. December 1834),der Tochter deö Commissionsraths Gisfeuig zu Boitzenburg a. d. Elbe, welche ihm drei Kindergebar, vvn denen zwei früh verstürben, ein Sohn Arnold Friedrich Ludwig, geb. den 1. August1864, lebt.
Konrod Johann Georgs), geboren zu Nienburg als erstes Kind seiner Eltern den2. December 1813, besuchte von seinem 11. Lebensjahre au daö Lyceum zu Celle und nachdemer Ostern 1832 sein Matnritätsexamen mit dem Zeugnis; Nr. I bestanden hatte, bezog er dieUniversität Göttingen, um sich dem Studium der Jurisprudenz zu widmen. Nach dreijährigemStudium, in welcher Zeit er neben ernster wissenschaftlicher Arbeit auch den academischcnFreuden^) ihr Recht einräumte, verlies; er Göttingen, machte sein Examen und wurde alsAmtSanditor Weihnachten 1835 zu Gifhorn angestellt. In gleicher Eigenschaft an das AmtBedenbostel und nach Ablauf eines Jahres wieder an das Amt Gifhorn versetzt, wurde Eggersnach abgelegtem zweiten Examen im Januar 1846 als Amrsassessor beim Amte Fallerslebenangestellt. Nachdem er nacheinander bei den Acmtcrn Winsen a. d. Luhe (seit December 1846),Burgdorf (seit Mai 1842), Bremervocrde (seit April 1846), Zeven (seit dem 30. Juni 1846)gestanden hatte, wurde er im September 1848 als dritter wirklicher Beamter an daö AmtMeinersen (Landdrostci Lüneburg) versetzt.
Es war die Zeit, wo die Februarrevolution mit den gewaltigen, ihr folgenden Ereig-nissen auch der politischen Bewegung in Hannover einen mächtigen Anstoß gegeben hatte, wodie Regierung den Petitionen deS Volkes nachgebend und um die Aufregung im Lande zu be-schwichtigen durch die königliche Proclamation vom 20. März zeitgemäße VcrfassnngSresormenversprechen mußte, unter letzteren vor allen zu nennen Trennung der Verwaltung von derRechtspflege. Zugleich tagte die Nationalversammlung zu Frankfurt zur Abwicklung der allge-meinen deutschen Angelegenheiten, welchen gegenüber das Verhalten Hannovers nur ein parti-kularistisches genannt werden kann.
Diese geringe Theilnahme an dem Fortgänge der allgemeinen deutschen Bewegunghatte für das Land den Vortheil, von Extremen, zu welchen man sich anderwärts fortreißen ließ,
Ein Bild des Amtshauptmanns Eggers ist i>» Besitze der Wittwe.
'''") Eggers war Mitglied der Verbindung „Lüneburger", welche früher Longobarden hießen. Diese stetssehr angesehene Berdindung recrutirte sich vorzugsweise aus den Söhnen deS hannoverschen Adels und dersogenannte» „schönen Familien" (d. h. der Familien, welche zwar nicht vom Adel waren, sich jedoch seit Gene-rationen in den öffentlichen Aemtcrn eingedürgert nnd gleichsam einen alten und befestigten Besitz für sich hatten).Siehe „Braun-Wiesbaden, Zeitgenossen". 322, 323.