Druckschrift 
1 (1879)
Entstehung
Seite
38
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Zuge nach Stralsund, mit seinem Corps daselbst lagerte. Dieser versuchte ihn, unter vortheil-haftcn Anerbietungcn für seine Sache zu gewinnen, was er zu seinem Glück nicht annahm, dader Major von Schill bald nachher in Stralsund einen ehrenvollen Tod, und sein kühnes Unter-nehmen damit das Ende fand.

Im Sommer 1309 ward er, nachdem er bei der Nostocker Justizkanzlci das Advokaten-Examen wohl bestanden, unter die Zahl der Advokaten aufgenommen und verschaffte sich nachund nach durch gewonnene Praxis seinen Brod-Erwerb.

Beim Aufgebot des Mecklenburgischen Landsturmes im Sommer 1813 bekleidete er denPosten eines BataillonS-Adjntantcu des Landsturms des Rostocker Districts, machte in dieserEigenschaft mehrere Märsche mit und ward auch zu einzelnen Missionen, unter anderm am13. September 1813 von Wismar an den damaligen Erbprinzen Friedrich Ludwig zu Schwerin,gebraucht.

In seiner Advokatnr-PraxiS erwarb er sich durch seine Rechtlichkeit, sowie durch Fleißund angemessene Behandlung der ihm anvertrauten Rechtssachen nicht allein allgemeine, sondernauch die Anerkennung der seine Arbeit geprüft habenden Justiz-Kanzlei zu Rostock, was ihm durchmehrere Nescripte dieses Collegiums namentlich vom 10. Januar 1828, 3. October 1830 und7. November 1845 ehrenvoll zn erkennen gegeben ward.

Auch der Gnade seines Landesherru des Großherzogs Friedrich Franz I. hatte er sichzu erfreuen, wovon mehrere allerhöchste Nescripte zeugen, in denen ihm auch Aussicht aufdemnächstige Anstellung im Großherzoglichen Dienste gegeben wurde.

Mittels Allerhöchst bchandzeichucteu Rescripts der Großhcrzoglichen Kammer zuSchwerin vom 18. März 1820 wurde er zum Kammcr-Procnrator ernannt und unterm 15.Februar 1831 ihm ans Allerhöchst eigener Bewegung des Großhcrzogs Friedrich Franz I. derHofraths-Charactcr beizelegt.

Auf den Vortrag des engeren Ausschusses der Ritter- und Landschaft wegen anderweitigerBesetzung des durch die Entfernung des Cassirers Glaevccke erledigten Amtes eines Berechnersder Receptur-Kasse wurde ihm diese Stelle von der Großherzoglichen Regierung mittels Aller-höchsten Rescripts vom 14. Mai 1834 interimistisch übertragen. Unterm 16. Juni wurde er,nachdem er von den Landesständen zum wirklichen Cassirer bei der allgemeinen Landes-Receptnr-Casse zu Rostock in Vorschlag gebracht worden, von Großherzoglicher Landesregierung zu solchemAmte ernannt und bestellt. Auch in dieser Stellung und Eigenschaft erwarb er sich dasallgemeine, sowie das Vertrauen seiner Vorgesetzten in hohem Grade, wie solches durch mehrerefür ihn höchst ehrenvolle Zeugnisse über seine Dienstverwaltung sowohl von der Commission zurVisitation und Revision der Landes-Rcceptnr-Kasse, als auch von der Landcs-Stener-Directionbewahrheitet wird.

Nachdem der Hofrath Eggerss, ein sehr rüstiger Mann, so ein sehr thätiges Lebengeführt hatte, dabei seit 1353 jedoch vielfach von gichtischen Beschwerden geplagt war, stelltesich Anfangs des Jahres 1854 ein Magen-Uebel ein, wodurch er sehr geschwächt wurde.Gegen Ostern dieses Jahres nahm es so sehr zn, daß er außer Stande war, seinen Geschäftenbei der Receptur-Kasse weiter vorzustehen. Wenngleich hin und wieder einige Hoffnung zn seinerHerstellung vorhanden war, so schwand solche doch gegen Johannis fast gänzlich. Am 10. Juli1854 ward er durch ein eintretendes Blutcrbrechen seiner letzten Kraft beraubt und verschied andiesem Tage Nachmittags 6 Uhr sanft und ruhig im 67. Jahre seines Lebens, nicht allein vonseiner Familie, sondern auch von seinen sonstigen Verwandten und vielen Freunden aufrichtigbetrauert. Den 14. Juli wurden feine irdischen Ueberreste unter großer Folge in seiner auf