cr Gelegenheit, Empfehlungsschreiben an den Kaiserlich russischen Botschafter in Wien, damaligenGrafen, nachhcrigcn Fürsten Rasumofsky zn erhalten. Dieser offerirtc ihm freies Quartier inseinem Hotel und übertrug ihm die Aufsicht über seinen Stall, die cr auch während seiner An-wesenheit in Wien behielt, da der Graf sich gerade von seinem Stallmeister getrennt hatte.Ausser der Annehmlichkeit über Reit- und Wagen-Pferde zn seinem Gebranch disponiren znkönnen, gab diese ihm übertragene Aufsicht noch Gelegenheit, die Kenntnisse in seinem Fachemehr auszubilden. Der Stall dieses Botschafters bestand damals aus 40 Pferden, von denenviele unbrauchbar waren. Diese wurden — nachdem Eggerss einen neuen Etat entworfen —nach seinem Vorschlage auf 24 brauchbare Pferde rcducirt und gehörige Ordnung und Reinlich-keit im Stalle eingeführt. Durch diese Einrichtungen erwarb cr sich so sehr das Vertrauen desGrafen, daß derselbe ihm den Antrag machte, in seine Dienste zn treten unter Offerirung einesSalairs von jährlich 200 Dukaten außer freier Station und Verheißung einer jährlichenPension von 100 Dukaten nach 15jührigcr Dienstzeit. Auch machte er ihm das Anerbietenunter guten Bedingungen als Universitäts-Stallmeister nach Dorpat zn gehen. Beide Anträgelehnte cr ab, thcils aus Liebe zum Vatcrlande, woselbst cr durch seine Anstellung — wenn auchder Zeit noch ohne Gehalt — dock) die Aussicht auf Beförderung hatte, theils auch weil seinVater kränklich wurde und zu seiner Unterstützung die Rückkehr des Sohnes wünschte. VonWien aus machte cr im Sommer 1804 eine Reise nach Ungarn und besuchte die dortigen Kais.Kgl. bedeutenden Gestüte zu Babolna und Mezcshoycs. Im August verließ er Wien und gingüber Prag, Dresden, Leipzig und Magdeburg nach Berlin. Während seines dortigen sechs-wöchcntlichcn Aufenthalts besuchte er die dasigen Königl. Manegen von Wolny und Plön.Auch hier ward ihm eine Anstellung beim Königl. Marstall angetragen, was cr aber ebenfallsaus oben angegebenen Gründen ablehnte. Nach seiner Rückkehr im October 1804 unterstützteer seinen Vater in den Geschäften auf der Reitschule zu Rostock mit der größten Thätigkeit,nicht allein beim Jnformircn der Rcitscholarcn, sondern auch beim Zureiten der Pferde, erwarbsich auch dessen Vertrauen in so hohem Grade, daß er ihm den Geschäftsbetrieb größtentheilsallein überließ. Von seinem Vater erhielt cr hierfür außer freier Station jährlich 100 Nthlr.und Fourage für ein Pferd. Nach dem Ableben des ObcrbereiterS Richter zu LndwigSlnst bekamer im Jahre 1809 die dadurch erledigte Bereiter-Gage von 300 Nthl. und da ihm seine thier-ärztliche Praxis, die sich nach seiner Rückkehr von Wien ausgebildet hatte, eben so viel eintrug,so konnte cr nicht allein sehr wohl snbsistiren, sondern sammelte auch noch ein Kapital von 1500Nthl., was ihm später sehr zn Nutzen kam.
Seine schon zn Michaelis 1810 beschlossene Versetzung zum Herzoglichen Marstalle zuLndwigslust mußte bis Ostern 1811 unterbleiben, weil sein Vater am 22. August 1810 verstarbund cr zur Fortsetzung des Neitnntcrrichts während der Sterbe- nnb Gnadcnqnartalc in Rostockcommandirt wurde.
Nachdem er um Ostern 1811 seinen Posten als Bereiter zu Ludwigslust angetreten,erwarb cr sich durch Thätigkeit, Ordnung und Geschick in seinem Fache allgemeine Anerkennungund wurde am 10. Decembcr 1811 zum Obcrbereiter, am 10. Dccember 1814 zum Stallmeisterernannt. Nachdem im Jahre 1828 die Berlin-Hamburger Chaussee eröffnet und der Postcnlanfzwischen beiden Orten über Ludwigslust gelegt wurde, nahm cr die Posthalterci daselbst bisJohannis 1846 in Pacht. Die Anschaffung des dazu erforderlichen Jnventariums, 32 Postpfcrde,Wagen, Geschirre :c. nebst der nöthigcn Fourage erforderte einen Kostenaufwand von 7000 Mstr.,der sich indcß sehr wohl intcrcssirte, da die ganze Unternehmung einen guten Gewinn abwarf.Johannis 1839 kaufte cr das Rittergut Sectz in der Westpricgnitz, unfern der Mecklenburgischen