Druckschrift 
1 (1879)
Entstehung
Seite
28
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welche als ein klassisches Werk über diesen derzeit noch wenig bearbeiteten Gegenstand angesehenward nnd verdiente Anerkennung fand. Ausserdem wurde noch in Druck von ihm gegeben:

„Etwas über das neue literarische Prodnct: Freiheit und Eigeuthnm der Bauern. 1787."„Versuch zur Erörterung und Beantwortung der Preisfrage: Wird der Mccklcnbg.Landwirth ferner noch allein mit dem Ertrage aus dem Kornban und der Viehzucht sich be-gnügen können." (Rostock nnd Leipzig 1861.)

Auch war er Verfasser mehrerer Aufsätze in der „Monatsschrift von und für Mecklen-burg" und mehrerer Ncccnsioncu in der „Allgemeinen deutschen Bibliothek."^)

Georg Friedrich Eggerss,^') der Bruder des vorigen, wurde den 15. Octobcr1745 geboren, am 17. getauft und widmete sich der Reitkunst. Zu seiner Ausbildung in diesemFache besuchte er einige Jahre die damals berühmte Reitschule zu Kopenhagen und befand sichnoch dort, als sein Vater am 16. April 1765 starb, sollte indeß im Herbst desselben Jahres vondort zurückkommen. Im Jahre 1766 war er vom Herzog Friedrich als Bereiter beim Marstallzu Schwerin angestellt und erhielt jährlich außer 4 Faden Elterholz und 4666 Soden Torfein baares Gehalt von 266 Nthl. Im Jahre 1769 zum Obcrbcrcitcr befördert, wurde er 1773als Stallmeister beim Marstalle in LndwigSlust angestellt. Hier diente er dem Herzog Friedrichsowie dessen Nachfolger Friedrich Franz I., welcher 1785 die Regierung antrat, bis Michaelis1796 zur größten Zufriedenheit und wurde dann ans seinen Wunsch und zur Belohnung treuerund eifriger Dienste als Stallmeister bei der von Bützow nach Rostock verlegten Universitätangestellt. Bei dieser, unter sehr günstigen Verhältnissen, vor allen in pccuniärcr Hinsicht, er-folgenden Versetzung nach Rostock behielt der Stallmeister Georg Friedrich Eggerss seineAncicnnctät beim Marstall zu LndwigSlust, stand in allen Dienstangelegenheiten nicht unter derUniversität zu Rostock, sondern unmittelbar unter Serenissimo, sowie auch nicht unter der Juris-diction des UniversitütsgerichtS zu Rostock, sondern unter der des Marstallamts zu Ludwigslust.Zur Entschädigung für mehrere Forderungen an Fourage ans früherer Zeit und für Unterrichtdes Herzogs Friedrich Franz als Erbprinz, erhielt er die zum Amte Doberan gehörige PachtungMarienehe, von Johannis 1797 aus 38 Jahre für den Kammeranschlag in Pacht, nahm sieaber noch zwei Jahre früher an, da er sich deshalb mit seinem Vorgänger in der Pachtung,Namens Töppe, einigte. In diesen glücklichen Verhältnissen lebte er in einer sehr unabhängigen,sorgenfreien Stellung nnd hatte nicht allein die Muße, sondern auch die Mittel, für gute Er-ziehung und sorgfältige Ausbildung seiner zahlreichen Familie zu sorgen, wobei er als einsichts-voller, treuer Vater nichts sparte, was zur Erfüllung dieses Zwecks dienlich sein konnte.

Am 22. August 1316 starb er zu Rostock nach kurzer Krankheit in noch nicht vollendetem65jährigen Alter, beweint von seiner Wittwe und sechs Söhnen. Er nahm den Ruhm einesin seinem Fache ebenso geschickten als erfahrenen, sowie unermüdct thätigcn und rechtschaffenenMannes mit in's Grab. Die Grabstätte befindet sich auf dem Jacobi-Kirchhofe zu Rostockund ist mit einem Leichensteine^^) bedeckt, der den Tag der Geburt und des Todes angiebtund folgende Inschrift trägt:

'ch Heber Karl Leopold findet sich ein kurzer Aufsatz mit Angabe seiner Schriften in „Lübker-SchrödersSchriftsteller-Lexicon, I. Nachtrag." Siehe ferner: „Meusels, gelehrtes Deutschland, Band XIII. S. St», 511"und „Bold, Mecklenbg. Geschichte, Band II. 576."

s«) Das einzige existirendc Bild des Stallmeisters G. F. Eggerss ist eine Silhouette.

WS) Nachdem der Friedhof aus der Stadt verlegt, verblieb dieser Stein an seiner Stätte aus Rücksichtfür die Familie.